Welche Anlagestrategie ist die beste für Privatinvestoren?

Anlagestrategien

Historisch niedrige Zinsen, wenig Kursbewegung an den Börsen: Die Situation am Anlagemarkt macht es Privatinvestoren schwer, die richtigen Anlageentscheidungen zu treffen und erfolgreich Vermögen aufzubauen. Angesichts des Marktumfeldes kommt der richtigen Anlagestrategie eine entscheidende Bedeutung zu. Mit dem passenden Konzept sind Privatanleger auch in den aktuell schwierigen Zeiten erfolgreich. Doch welche Anlagestrategie ist die beste? Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Geld gewinnbringend investieren.

Keine Chance dem Zufall: Rendite sichern mit der richtigen Anlagestrategie

Ohne eine passende Anlagestrategie ist Erfolg beim Investieren lediglich Glückssache und selten von Dauer. Erfolgreiches Investieren und überdurchschnittliche Renditen sind kein Zufall, sondern Ergebnis strukturierter Investmententscheidungen, die sich an einer schlüssigen Anlagestrategie ausrichten. Das Konzept liefert die Leitplanken, innerhalb derer sich die Investitionsentscheidungen bewegen.

Vor der Entscheidung für oder gegen ein Investment muss darum immer die Grundsatzfrage stehen, nach welchem Konzept das Portfolio zusammengestellt werden soll. Wer bei der Geldanlage einer Strategie folgt, macht sein Portfolio sicherer vor Verlusten und verbessert zugleich seine Chancen, eine stabile Gesamtrendite über alle Investments hinweg zu erzielen.

Acht Anlagestrategien für erfolgreiche Investments

Die Auswahl des Investmentkonzepts ist abhängig von verschiedenen Kriterien wie Renditeerwartung, Risikobereitschaft, Anlagehorizont und nicht zuletzt von der aktuellen Marktlage. Welche konkrete Anlagestrategie die passende ist, entscheidet somit jeder Investor individuell für sich.

Grundsätzlich haben Privatinvestoren die Wahl zwischen den folgenden acht Konzepten, auf deren Basis sie entscheiden, welche Anlagen sie in ihr Portfolio aufnehmen: 

Was unter den genannten Konzepten konkret zu verstehen ist und für welche Investoren sie sich eignen, wird nachfolgend näher erläutert.

Vor der Entscheidung für eine Anlagestrategie oder eine Mischung aus mehreren Konzepten sollte der Privatinvestor klar definieren, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt: Geht es um den Vermögensaufbau oder die Erfüllung eines konkreten Konsumwunschs, wie beispielsweise den Kauf einer Immobilie oder eines Autos? Hinzu kommt der zeitliche Aspekt: In welcher Zeit soll das definierte Investmentziel erreicht werden? Aus den Antworten leitet sich die grundsätzliche Ausrichtung der Strategie bezüglich Laufzeit und Rendite des Investments ab.

Rendite-Turbo oder langfristiger Vermögensaufbau?

Soll in kurzer Zeit eine hohe Rendite erwirtschaftet werden, müssen Privatinvestoren tendenziell ein höheres Anlagerisiko eingehen. Damit besteht die Chance auf überdurchschnittliche Gewinne, aber auch die Gefahr, Abstriche bei der Rendite machen zu müssen oder im ungünstigsten Fall Verluste zu erleiden.

Dagegen sollten an langfristigem Vermögensaufbau interessierte Privatinvestoren ihre Geldanlagen möglichst breit auf sichere Investments mit relativ geringen Renditechancen verteilen. Für eine gute Gesamtrendite ist es jedoch wichtig, dem Portfolio auch Anlagen beizumischen, die die Chance auf überdurchschnittliche Gewinne bieten.

Damit geht jedoch immer auch ein höheres Anlagerisiko einher. Ohne Beimischung spekulativer Investments ins Portfolio lässt sich insbesondere angesichts der anhaltenden Zinsschwäche jedoch nur eine schwache Rendite erwirtschaften. Insofern sind chancen- und risikoreiche Anlagen essentiell für jeden Investor. Wie das Verhältnis zwischen Chance und Risiko im Portfolio konkret ausbalanciert ist, richtet sich nach dem individuellen Renditewunsch, der Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont.

In beiden Fällen – bei der schnellen Rendite-Variante wie beim langfristigen Vermögensaufbau – scheiden jeweils eine Reihe von Anlagestrategien aus. Beim folgenden detaillierten Blick auf die acht genannten Konzepte wird dies schnell klar.

Anlagestrategie 1: Auf schnelles Wachstum setzen

Wie der Name schon sagt: Bei der Growth-Strategie liegt der Investment-Fokus klar auf der Rendite. Sie hat bei Anlageentscheidungen absolute Priorität. Anleger, die ihr Portfolio auf Wachstum ausrichten, investieren beispielsweise in Unternehmen, die ein überdurchschnittliches Wachstumspotenzial haben. Häufig sind dies Unternehmen mit innovativen Ideen, denen ein großer Erfolg prognostiziert wird.

Growth-Unternehmen finden sich oft in der Computer- und Software-Branche sowie im Biotech-Sektor. Sie verzeichnen häufig noch keine hohen Gewinne. Bei börsennotierten Unternehmen können Anleger dies an einem hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) erkennen. Ein hohes KGV bedeutet, dass der Aktienkurs, also die Marktbewertung an der Börse, im Vergleich zum erwirtschafteten Gewinn relativ hoch ist. Die Kurse von Growth-Unternehmen beruhen lediglich auf einer Zukunftserwartung und nicht auf aktuellen Geschäftszahlen.

Das bedeutet, dass Anleger im Erfolgsfall von hohen Kursgewinnen profitieren können. Allerdings zahlen die meisten dieser Unternehmen, falls sie Gewinne erwirtschaften, nur eine geringe oder gar keine Dividende an die Anteilseigner. Denn in der Regel benötigen sie alle finanziellen Mittel, um die Kosten für Forschung und Entwicklung zu decken und damit das weitere Wachstum des Unternehmens sicherzustellen.

Ebensowenig wie eine Dividende sind Kursgewinne von Growth-Unternehmen garantiert. Ihr Börsenwert unterliegt meist starken Schwankungen: Innerhalb kurzer Zeit sind sehr hohe Kursgewinne, aber auch erhebliche Einbrüche bis zum Totalverlust der Anlage möglich.

Grundsätzlich eignet sich die Growth-Strategie für kurz- oder mittelfristig orientierte Anleger mit überdurchschnittlichen Renditeerwartungen, die bereit sind, für die Aussicht auf höhere Investmentgewinne auch ein erhöhtes Anlagerisiko einzugehen.

Crowdinvesting als potenzieller Renditebringer

Eine interessante Alternative zu Anlagen in aufstrebende, börsennotierte Unternehmen ist das Crowdinvesting. Über Crowdinvesting finanzieren sich beispielsweise Startups. Aber auch etablierte Unternehmen nutzen die neue Finanzierungsform, um innovative Projekte auf den Weg zu bringen. Anleger haben die Möglichkeit, sich über Crowdinvesting an solchen potenziell renditeträchtigen Anlagen zu beteiligen. Das noch junge Investmentmodell ist somit ein möglicher Baustein für Privatanleger, die eine wachstumsorientierte Anlagestrategie verfolgen. Crowdinvesting eignet sich als spekulative Beimischung für ein breit aufgestelltes, gegen mögliche Verluste abgesichertes Anlageportfolio und bietet die Chance auf eine überdurchschnittliche Rendite.

Anlagestrategie 2: Sichere Werte kaufen

Im Gegensatz zur Growth-Strategie investieren Anleger mit der Value-Strategie gezielt wertorientiert. Das Geld fließt in bereits etablierte Unternehmen mit langfristig stabiler Gewinnentwicklung. Das Growth-Konzept ist sehr auf Sicherheit ausgerichtet und gilt als besonders konservative Anlagestrategie.

Der Value-Ansatz eröffnet Anlegern die Chance auf eine relativ beständige Kursentwicklung und solide Dividendenausschüttungen. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht, wie die Wirtschaftskrisen und die Krisen einzelner Unternehmen zeigen. Dennoch eignet sich die Anlagestrategie mit Fokus auf „Value“ für langfristig orientierte Anleger.

Langfristige Investments in Unternehmen mit hohem Wert haben Anlegern in der Vergangenheit zwar keine überdurchschnittlichen, aber doch verhältnismäßig stabile Kursgewinne und Dividenden gebracht. Die Anlagestrategie ist vor allem für Investoren interessant, die das Ziel verfolgen, über einen langen Zeitraum Vermögen aufzubauen und dabei das Anlagerisiko möglichst gering zu halten.

Dividendenrendite: Wie Aktionäre vom Unternehmensgewinn profitieren

Die Dividendenrendite gibt Privatinvestoren Auskunft darüber, wie eine Aktie verzinst ist. Bei der Berechnung der Dividendenrendite wird die letzte ausgeschüttete Dividende mit dem aktuellen Kurswert ins Verhältnis gesetzt. Auf diese Weise können Aktionäre abschätzen, welchen Gewinn sie unabhängig von der Kursentwicklung der Aktie mit ihrer Anlage erwirtschaften können.

Anlagestrategie 3: Antizyklisch investieren

Die antizyklische Anlagestrategie eignet sich insbesondere für erfahrene Investoren, die ein tiefes Verständnis für den Markt haben, in dem sie sich finanziell engagieren möchten. Das Prinzip antizyklischen Investierens ist einfach: Unternehmensanteile bei niedrigen Kursen kaufen und bei steigenden Kursen mit Gewinn wieder abstoßen. Die praktische Umsetzung des Investment-Konzepts ist jedoch erheblich schwieriger.

Vor der Geldanlage müssen Investoren zunächst Unternehmen identifizieren, die an der Börse unterbewertet sind, aber Potenzial für die Zukunft haben. Doch selbst bei gutem Timing und Geduld ist keineswegs sicher, dass der Wert eines Unternehmens mit Potenzial tatsächlich steigt und Anleger in Form von Kursgewinnen für ihr spekulatives Investment belohnt werden. Die antizyklische Anlagestrategie eignet sich daher in erster Linie für risikobewusste Privatinvestoren mit Marktkenntnissen und kurz- bis mittelfristigem Anlagehorizont.

Wer langfristiger denkt und das Risiko nicht scheut, kann auch mit weniger Marktkenntnis versuchen, Schwächephasen an den Börsen für sich zu nutzen. Die Idee: Wer unmittelbar nach besonders tiefen Kurseinbrüchen investiert, muss nur ein wenig Geduld haben, bis die Börsen sich wieder erholen. In der Vergangenheit gingen solche spekulativen Rechnungen mit etwas Geduld stets auf. Beispiele sind die Kursentwicklungen nach dem Anschlag auf das World Trade Center 2001 oder nach der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009.

Vorübergehende Schwächephasen einzelner Branchen konsequent nutzen

Antizyklische Investments haben nicht nur bei schweren Erschütterungen der Weltwirtschaft Aussicht auf Erfolg. Anleger können auch Krisen einzelner Branchen für sich nutzen. Denn Krisen bieten Investmentchancen. Das gilt aktuell auch für die maritime Branche. Die Transportschifffahrt hat eine tiefe Krise durchlaufen und ist auf dem Weg der Konsolidierung – ein interessantes Geldanlageziel für Investoren, die eine antizyklische Anlagestrategie verfolgen.

Antizyklisch investieren in die maritime Branche

Für antizyklisch orientierte Anleger bietet sich derzeit interessante Investmentchancen im Schiffsmarkt. Die Schifffahrtskrise hat zu einer scharfen Marktkorrektur innerhalb der Branche geführt: Eine Vielzahl älterer Schiffe ging vom Markt, was einen massiven Abbau von Tonnage-Überkapazitäten zur Folge hatte. Dieser Trend setzt sich aktuell durch immer strengere, weltweit geltende Umweltauflagen fort. Neue Auflagen werden voraussichtlich zu einer weiteren Marktbereinigung führen, was die wirtschaftlichen Perspektiven für die verbleibenden Marktteilnehmer erheblich verbessert. Anleger können diese Phase der Marktbereinigung für sich nutzen, indem sie in die maritime Branche investieren, beispielsweise in das aussichtsreiche Segment der Mehrzweckfrachter.

Dem schrumpfenden Seetransportangebot steht eine wachsende Nachfrage gegenüber: Seetransporte, über die schon jetzt rund 90 Prozent des Welthandels laufen, werden Prognosen zufolge weiter an Bedeutung gewinnen. Folglich haben Anleger, die jetzt in diese Schlüsselbranche investieren, die Chance, von steigenden Charterraten und einer Wertsteigerung moderner Schiffe zu profitieren.

Anlagestrategie 4: Prozyklisch Geld anlegen

Das Gegenteil von antizyklischem Investieren ist das prozyklische Handeln. Investoren, die ihr Portfolio nach dieser Anlagestrategie aufbauen, legen ihr Geld in Unternehmen an, deren Börsenwert bereits signifikant steigt. Die Idee dabei: Unternehmen, die in der jüngeren Vergangenheit erfolgreich waren, werden dies auch in näherer Zukunft sein. Anleger hoffen, von weiter steigenden Kursen zu profitieren.

Doch bei diesem Anlagekonzept ist das Timing entscheidend. Insbesondere weniger erfahrene Investoren laufen Gefahr, dass sie zu spät und erst dann einsteigen, wenn das Unternehmen bereits auf dem Gipfel seines Erfolgs ist. Statt Kursgewinne zu erzielen, droht Anlegern in solchem Fall zumindest mittelfristig ein Verlustgeschäft.

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Anlagestrategie 5: Dividende einstreichen

Was Zinsen für Sparer sind Dividenden für Aktionäre. Wegen des anhaltend niedrigen Zinsniveaus sind viele Anleger inzwischen dazu übergegangen, Geld von klassischen Geldanlagen wie Tagesgeld abzuziehen und stattdessen in Aktien von Unternehmen zu investieren, die regelmäßig Dividenden zahlen. So profitieren Investoren nicht nur von möglichen Kurssteigerungen, sondern auch über ihre Beteiligung an Unternehmensgewinnen in Form von Dividenden.

Angesichts der Corona-Krise zeigen sich Unternehmen jedoch weltweit immer zurückhaltender, wenn es um Dividendenzahlungen geht. Stattdessen steht für sie derzeit die Sicherung ihrer Liquidität im Vordergrund. Auf Dividenden zu setzen, ist darum keine gute Anlagestrategie 2020. Wegen erheblicher Gewinnrückgänge börsennotierter Unternehmen erwarten Börsenexperten mit Blick auf Dividendenzahlungen auch für das Jahr 2021 keine Trendwende.

Als alleinige Anlagestrategie ist die Fokussierung auf Dividenden darum aktuell nicht sinnvoll. Allerdings tragen langfristige Investments in Unternehmen, die ihren Aktionären eine regelmäßige Dividende gewähren, tendenziell zur Stabilisierung des Anlageportfolios bei. Denn die Unternehmen sind in der Regel solide aufgestellt, das Investment ist entsprechend sicher. Allerdings können Investoren mit dieser Anlagestrategie meist nur eine relativ geringe Rendite erwirtschaften.

Welche Aktien eignen sich für die Dividenden-Strategie?

Gratmesser dafür, wie hoch die Gewinnausschüttungen von Unternehmen an ihre Aktionäre ausfallen, ist die Dividendenrendite. Je höher der Wert, desto höher ist die durchschnittliche Dividende. Die 15 Top-Dividendenzahler im Deutschen Aktienindex (DAX) sind im deutschen Dividendenindex (DivDAX) gelistet.

Anlagestrategie 6: Dem Index folgen

Bei der Index-Strategie investieren Anleger in Index-Zertifikate oder frei an der Börse handelbare ETFs (exchange-traded Funds). Sie sind an Indizes wie den DAX, das US-Börsenbarometer Dow Jones oder einen anderen Index gekoppelt und werden nicht von einem Manager verwaltet. Das bringt erhebliche Kostenvorteile gegenüber verwalteten Aktienfonds. Hinzu kommt, dass das investierte Geld breit auf eine Vielzahl einzelner Unternehmen aus verschiedenen Branchen gestreut wird. Das bringt Anlegern mehr Anlagesicherheit als Investments in Einzelaktien.

Wie alle Anlagen an der Börse ist der Kauf an Indizes gekoppelter Produkte nur für langfristig orientierte Investoren sinnvoll. ETFs gelten zwar als relativ sicheres Investment. Doch kann eine langfristige Baisse die Rendite und das investierte Geld gefährden. Auch ein Totalverlust ist grundsätzlich möglich. 

Anlagestrategie 7: Auf „Blue Chips“ setzen

Bei dieser Anlagestrategie investieren Privatanleger in große Unternehmen mit besonders hohem Marktwert, die sogenannten „Blue Chips“. Sie sind die „Schwergewichte“ in ihrem jeweiligen Aktienindex.

Die Idee hinter dem Size-Konzept: Langfristig sind bei diesen großen Unternehmen nur geringe Kursschwankungen zu befürchten. Hohe Verluste sind zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich. Umgekehrt können Investoren jedoch auch keine hohen Kursgewinne erwarten. Doch bringen Aktien von Großunternehmen in der Regel Sicherheit und Stabilität ins Portfolio langfristig orientierter Anleger. 

Anlagestrategie 8: Aktien kaufen und halten

„Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“ So fasste Börsenexperte André Kostolany (1906-1999) seine Anlagestrategie zusammen. Diese Methode machte den gebürtigen Ungarn über die Jahrzehnte trotz zwischenzeitlich heftiger Börsenabstürze zum mehrfachen Millionär.

Kostolanys Investments waren von der Buy-And-Hold-Strategie geleitet. Sie ist langfristig angelegt und verfolgt das Ziel, Aktien, Fonds oder ETFs zu kaufen und für lange Zeit im Depot zu belassen. Die Idee: Investoren, die Kurseinbrüche diszipliniert aussitzen, also „Schlaftabletten nehmen“, können auf lange Sicht von erheblichen Kursgewinnen profitieren.

Keine Anlagestrategie für Investoren mit schwachen Nerven

Die Börsengeschichte gibt Buy-And-Hold-Strategen grundsätzlich recht. Beispiel: Ende des Jahres 2000 stand der DAX bei rund 6380 Punkten. Wer zu dieser Zeit beispielsweise über ETFs in das deutsche Börsenbarometer investiert hat, kann heute bei einem Verkauf mit einem Gewinn von 100 Prozent rechnen. Und das, obwohl seit dem Kauf mehrere Börsenbeben lagen, ausgelöst durch den Anschlag auf das World Trade Center 2001 oder die Finanz- und Wirtschaftskrise der späten 2000er-Jahre.

Daran zeigt sich, dass die Buy-And-Hold-Strategie in erster Linie für langfristig orientierte Privatinvestoren eignet, beispielsweise für die Altersvorsorge. Voraussetzung für diese Anlagestrategie ist eine ausreichende Liquidität, um verlustreiche Notverkäufe von Wertpapieren in Krisenzeiten zu vermeiden. Not- oder Panikverkäufe in turbulenten Börsenzeiten würden das Investitionskonzept und die Rendite zunichte machen.

Eine Garantie, dass die Anlagestrategie den gewünschten Erfolg bringt, gibt es jedoch nicht. Denn aus der Börsenentwicklung in der Vergangenheit lässt sich nicht ableiten, wie sich die Kurse in der Zukunft entwickeln werden.

Die beste Anlagestrategie für Privatanleger 2020: Auf mehrere Investment-Konzepte setzen

Die eine beste Anlagestrategie gibt es genauso wenig wie die eine beste Geldanlage. Das optimale Investment-Konzept hängt von Faktoren wie den Präferenzen des Anlegers, seiner Risikobereitschaft, dem Anlagehorizont und nicht zuletzt vom Marktumfeld und der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Schon deshalb sind Privatinvestoren gut beraten, nicht stur auf eine Anlagestrategie zu setzen, sondern mehrere Konzepte parallel zu fahren und so quasi eine individuelle Anlagestrategie zu entwickeln.

Das gilt umso mehr in der aktuellen Nullzinsphase. Privatinvestoren, die auf einen Mix kurz- und langfristig angelegter Strategien mit unterschiedlichem Risiko und unterschiedlicher Renditechance setzen, sind im Vorteil.

Das bedeutet jedoch nicht, die einmal gewählte Anlagestrategie beziehungsweise den Mix aus mehreren der genannten Investmentkonzepte ständig zu wechseln. Denn jede strategische Neuausrichtung schadet tendenziell der Rendite: Anpassungen des Portfolios verursachen in der Regel Kosten, wie beispielsweise Strafzinsen oder Ausgabeaufschläge.

Portfolio anpassen, Anlagestrategie beibehalten

Es wäre dennoch falsch, das Portfolio sich selbst zu überlassen. Alle Investment-Bausteine bedürfen der regelmäßigen Überprüfung und müssen gegebenenfalls verkauft werden, wenn sie längere Zeit hinter den realistischen Renditeerwartungen zurückbleiben. Wer nicht umschichtet, gefährdet die Gesamtrendite des Portfolios.

Solche Umschichtungen bedeuten keineswegs automatisch einen Wechsel der Anlagestrategie. Bei Portfolio-Anpassungen geht es lediglich darum, schwach performende oder gar verlustbringende Investments gegen rentierlichere auszutauschen, die in das übergeordnete Investmentkonzept passen. Denn grundsätzlich hängt die Rendite und damit der Erfolg der Geldanlage davon ab, die Anlagestrategie auch bei vorübergehenden Rückschlägen konsequent und diszipliniert beizubehalten.

Eine strategische Neuausrichtung ist jedoch ratsam, wenn das individuell gesteckte Anlageziel näher rückt oder bereits erreicht ist. Dann gilt es, die erwirtschaftete Rendite zu sichern. Das geschieht einerseits durch Umschichtungen im Portfolio weg von spekulativen und hin zu sichereren Anlagen. Mit Blick auf die Anlagestrategie ist der Umstieg auf ein eher kurzfristig ausgerichtetes, möglichst risikoarmes Konzept sinnvoll, um die Rendite nicht zu gefährden.

Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.