Frauen und Geldanlage: So werden Sie finanziell unabhängig

Geld in Crowdinvesting anlegen

Bei der Geldanlage sind Frauen besser als Männer. Das zeigen eine ganze Reihe wissenschaftlicher Studien sowie Erhebungen von Banken. Frauen sind tendenziell weniger sprunghaft und vorsichtiger als männliche Investoren und legen ihr Geld bevorzugt in kleineren Summen an. Das bringt langfristig mehr Sicherheit und mehr Ertrag. Doch noch immer kümmern sich viel zu wenige Frauen selbst um ihre Finanzen. Es ist höchste Zeit, das zu ändern. Lesen Sie hier, wie Frauen finanzielle Unabhängigkeit erreichen.

Noch immer tut sich gut ein Drittel der Frauen bei der Geldanlage schwer: Laut einer Studie der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments haben 37 Prozent der Bundesbürgerinnen keinerlei eigene finanzielle Rücklagen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Manche Frauen meiden das Thema Finanzen, weil sie glauben nicht genügend davon zu verstehen. Andere fühlen sich über ihren Partner hinreichend abgesichert.

Finanztipp für Frauen: Risiko absichern und Geld anlegen

Doch mangelnde finanzielle Unabhängigkeit ist sehr gefährlich. Bricht die Ehe auseinander oder stirbt der Partner, können viele Frauen ihren gewohnten Lebensstandard nicht mehr halten. Rund die Hälfte der geschiedenen Frauen und 45 Prozent der Witwen stehen der Columbia-Studie zufolge ohne nennenswerte finanzielle Absicherung da.

Darum raten Verbraucherschützer in einem ersten Schritt dazu, dass sich Paare gegenseitig über eine Risikolebensversicherung absichern. Das gilt umso mehr, wenn es gemeinsame Kinder gibt. Die Police ist das finanzielle Fundament, um den Partner und die Familie materiell abzusichern, falls einer verstirbt.

Zusätzlicher Finanztipp für Frauen im zweiten Schritt: Sie sollten ihre finanzielle Absicherung selbst in die Hand nehmen und nicht alles dem Partner überlassen. Schließlich wird rund jede dritte Ehe in Deutschland geschieden. Wenn Frauen ihre Finanzen selbst regeln und sich eine eigene finanzielle Basis schaffen, können sie sich unabhängig vom Partner Wünsche erfüllen und sind zudem besser vor Altersarmut geschützt.

Warum Frauen von Altersarmut bedroht sind

Für Frauen ist Altersarmut ein ernstes Problem: Mehr als die Hälfte hat Angst davor, und das völlig zurecht. Nach einer OECD-Studie fällt die gesetzliche Rente von Frauen in Deutschland im Schnitt 46 Prozent geringer aus als die von Männern. Der Grund: Frauen arbeiten besonders häufig in Teilzeit und erwerben folglich geringere Rentenansprüche. Zudem verdienen Frauen trotz gleicher Tätigkeit häufig noch immer weniger als ihre männlichen Kollegen. Dem Statistischen Bundesamt zufolge beträgt der Lohnabstand zwischen Männern und Frauen in Deutschland (Gender Pay Gap) derzeit 21 Prozent.

Das Problem der ungleichen Bezahlung wird trotz der politischen Bemühungen um Gleichstellung noch länger fortbestehen. Darum ist es umso wichtiger, dass sich Frauen um ihre Finanzen kümmern

Lösungsmöglichkeiten: Wie erreichen Frauen finanzielle Unabhängigkeit?

Schon mit kleinen Beträgen können Frauen erfolgreich Geld anlegen. Wer bereits in jungen Jahren beispielsweise monatlich 50 Euro investiert, kann sich über die Jahre sehr gut finanziell absichern. Das gilt sowohl mit Blick auf eine eigenständige Altersvorsorge und den Schutz vor Altersarmut als auch, was die Erfüllung künftiger Konsumwünsche angeht. Finanzielle Unabhängigkeit ist das Ziel. Um es zu erreichen, hilft langfristig der Zinseszinseffekt dabei, mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln ein kleines Vermögen zu erwirtschaften. So können auch viele Alleinerziehende mit wenig Geld ihre finanzielle Situation verbessern. 

Tendenziell machen Frauen bei der langfristigen Geldanlage schon vieles richtig:

  • Frauen sind weniger sprunghaft als Männer und vermeiden ständige Käufe und Verkäufe. Das stärkt die Rendite. Denn häufiges Wechseln der Geldanlage ist meist mit Kosten wie Provisionen oder Ausgabeaufschlägen verbunden. Darunter leidet der Ertrag.

     

  • Frauen sind weniger darauf aus, mit ihren Investments den Markt zu schlagen, sondern haben Geduld. Das zahlt sich in vielen Fällen aus.
  • Frauen setzen mehr als Männer auf kleinere Investments. Die breitere Streuung der Investitionen schützt von Frauen gemanagte Portfolios tendenziell besser vor Verlusten.
  • Frauen investieren sehr überlegt und setzen verstärkt auf Sicherheit.

Doch mindestens eine dieser Stärken ist angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase gleichzeitig auch eine Schwäche: Wenn Frauen Geld anlegen, agieren sie vielfach zu sicherheitsbetont. Zu ihren bevorzugten Investmentprodukten zählen sichere, aber unrentable Anlageklassiker wie Tages- oder Festgeld. Solche Geldanlagen wirken sich wegen der langen Zinsflaute negativ auf die Gesamtrendite des Portfolios und damit auch auf den Investmenterfolg insgesamt aus. Gemessen an der Kaufkraft drohen Frauen bei der Geldanlage reale Verluste.

Wer zu sehr auf Sicherheit setzt, geht ins Risiko!

Aufgrund der aktuellen Finanzmarktlage macht es keinen Sinn, monatlich 50 Euro aufs Tagesgeldkonto zu transferieren. Denn der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt derzeit bei 0 Prozent. Absehbar wird sich daran nichts ändern. Entsprechend gering fällt die Verzinsung von Guthaben auf Tagesgeldkonten aus. Das Guthaben ist zwar über den Einlagensicherungsfonds bis zu bis 100.000 Euro pro Bank und Kunde geschützt. Durchschnittlich bringen Tagesgeldkonten jedoch auch nur 0,04 Prozent Zinsen (Stand: Mai 2020). Die Folge sind reale Verluste. Zu starkes Sicherheitsdenken wird paradoxerweise zum Risiko

Selbst wer die besten Tagesgeldangebote nutzt, erhält auf 1.000 Euro aktuell nur 2 bis 4 Euro Zinsen. Ähnlich schwach ist die Verzinsung beim Festgeld. Die Anlageklassiker bieten Frauen keinen Schutz vor Altersarmut. Sie helfen ihnen auch nicht dabei, eine stabile Altersvorsorge aufzubauen oder sich künftige Konsumwünsche zu erfüllen. Im Gegenteil: Investorinnen entgeht Rendite, ihre Geldanlage wird unterm Strich sogar zum Verlustgeschäft.

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Aktien: Wie investieren Frauen richtig?

Angesichts des anhaltend zinsschwachen Marktes ist es sehr wichtig, dass Frauen ihr Portfolio diversifizieren und sichere, aber relativ renditeschwache Anlagen mit spekulativeren Investments mischen, die potenziell eine überdurchschnittliche Rendite erzielen. Nur so lässt sich über alle Investments hinweg eine gute Gesamtrendite erzielen. Auch für eher sicherheitsorientierte Frauen gilt bei der Geldanlage: Ohne Risiko geht es nicht.

Eine Alternative zu Anlageklassikern wie Tagesgeld, bei denen die schleichende Enteignung durch die Inflation droht, sind zum Beispiel Aktien. Frauen sind jedoch gut beraten, ihr Geld nicht in Einzelaktien fließen zu lassen oder wenigstens nur einen sehr geringen Anteil der Gesamtinvestitionen in Einzelwerte zu stecken. Denn Aktienkurse sind starken Schwankungen unterworfen, die Gefahr von Verlusten ist groß. Im schlechtesten Fall geht die Geldanlage nahezu komplett verloren, wie das Beispiel des im Deutschen Aktienindex (DAX) notierte Skandal-Unternehmen Wirecard beweist.

Zudem gelingt es Privatanlegern in der Regel nicht, ihr Investment breit auf eine Vielzahl von Einzelaktien aus verschiedenen Branchen und Ländern zu streuen und so das Anlagerisiko auch bei weniger heftigen Kurseinbrüchen einzelner Aktien zu verringern. Kursschwankungen wirken sich darum unmittelbar auf den Wert des Aktienpakets aus.  

Mit Fonds gegen Altersarmut:  So legen Frauen Geld am besten an

Die Börse ist dennoch ein interessantes Investitionsfeld für Frauen, die Geld anlegen möchten. Wer monatlich eine kleine Summe von 50 oder 100 Euro investieren möchte, kann dies über einen Fondssparplan tun. Er eröffnet die Möglichkeit, von der Entwicklung börsennotierter Unternehmen zu partizipieren. Zugleich bieten Fondsinvestments eine größere Sicherheit vor Verlusten. Denn das Fondskapital ist breit auf viele Unternehmen gestreut. Kursverluste von Aktien eines Unternehmens oder einer Branche werden meist dadurch ausgeglichen, dass andere Aktien an Wert gewinnen. Unterm Strich bleibt Frauen bei Fondsinvestments bei langfristigem Anlagehorizont so meist eine stabile Rendite.

Das gilt neben Fonds auch für ETFs (Exchange Traded Funds), die an einen Index wie den DAX oder das US-Börsenbarometer Dow Jones gekoppelt und frei handelbar sind. Investments in ETFs sind ebenfalls als Sparplan möglich. 50 Euro im Monat reichen dafür völlig aus. Vorteil gegenüber gemanagten Aktienfonds: die geringen Nebenkosten. ETFs werden nicht gemanagt, sodass nur vergleichsweise geringe Gebühren anfallen. Das schont die Rendite.

Gemanagte Fonds und ETFs helfen Frauen bei der Altersvorsorge und generell beim Vermögensaufbau. Doch wie bei Investments in Einzelaktien bleibt ein Anlagerisiko. Die Aktienkurse können infolge von Krisen erheblich einbrechen. Darum sind auch Investments in gemanagte Fonds und ETFs nur etwas für langfristig orientierte Anlegerinnen. Zudem sind ETFs nur einer von mehreren Bausteinen, um die Gesamtrendite des Portfolios zu verbessern. Auch mit geringen finanziellen Mitteln können Frauen ihre Geldanlage über Fonds und ETFs hinaus weiter optimieren.

Ein starkes Portfolio für Frauen: Geldanlagen mit Renditepotenzial

Steht die Basis des Portfolios, geht es darum, die Gesamtrendite durch punktuelle Investments weiter zu verbessern. Zur Diversifizierung der Geldanlage eignet sich beispielsweise Crowdinvesting. Mit dieser noch jungen Form der Geldanlage können sich Frauen an chancenreichen innovativen Projekten und Start-ups beteiligen. Auch etablierte Unternehmen nutzen mittlerweile Crowdinvesting, um Kapital für einzelne Projekte zu generieren. Wegen digitaler Vertriebswege sind die Crowdinvesting-Nebenkosten meist sehr gering, die Renditechancen überdurchschnittlich.

Sehr beliebt sind Crowdinvestments in Immobilien oder Erneuerbare-Energien-Projekte. Meist eröffnen sie die Chance auf eine überdurchschnittliche Rendite. Das macht sie zu einer interessanten Möglichkeit für Frauen, ihre Finanzen zu optimieren.

Dem hohen Renditepotenzial steht allerdings ein erhöhtes Anlagerisiko gegenüber. Im Immobiliensektor besteht beispielsweise die Gefahr einer „Blasenbildung“, also einer Überhitzung des Marktes. Im Bereich Erneuerbare Energien können beispielsweise Gesetzesänderungen positive Marktaussichten eintrüben und die Rendite drücken. Angesichts solcher Risiken eignet sich Crowdinvesting generell nur als chancenreiche Beimischung fürs Portfolio.

Green Shipping: Was bringen Investments in Schiffswertpapiere?

Eine weitere interessante Ergänzung des Portfolios sind Schiffswertpapiere der Hamburger New Shore Invest (NSI), mit denen Investorinnen den Bau hochmoderner, besonders umweltfreundlicher Mehrzweckfrachter fördern. Die Mindesteinlage beträgt 1.000 Euro. Investorinnen werden zu Miteigentümern des Schiffs, erhalten also einen konkreten, materiellen Gegenwert für ihre Geldanlage. Im Gegenzug eröffnet das Investment die Chance auf eine prognostizierte Rendite von 7 Prozent pro Jahr. Wie bei Anlagen in Aktien, Fonds, ETFs oder andere Crowdinvesting-Projekte auch kann die erwartete Rendite jedoch geringer ausfallen oder ganz ausbleiben.

Neben der Aussicht auf eine überdurchschnittliche Rendite machen zwei Dinge die Geldanlage in Schiffswertpapiere der NSI besonders interessant:

  1. Das Geld fließt ausschließlich in grüne Schiffbauprojekte. Das aktuelle NSI-Projekt, der Bau eines emissionsarmen Mehrzweckfrachters, berücksichtigt nicht nur alle aktuellen, sondern auch absehbare schärfere Umweltauflagen im Seeverkehr. Nachrüstungen des Schiffs mit teurer Umwelttechnik sind im Gegensatz zu älteren Konkurrenzschiffen nicht zu erwarten. Ein Wettbewerbsvorteil, der zur Stabilisierung der Erträge des Schiffs und damit der Rendite für Investorinnen beiträgt.
  2. Die möglichen Gewinne aus dem Schiffsbetrieb fließen nahezu steuerfrei an die Geldgeber. Grund dafür ist die Tonnagesteuer, eine spezielle Methode der Gewinnermittlung. Bei der Tonnagesteuer liegt der Steuersatz für den Anleger unter einem Prozent auf die ausgeschütteten Gewinne. Im Vergleich dazu liegt die Kapitalertragssteuer, die z.B. bei Gewinnen aus Aktien und ETFs vom Fiskus berechnet wird, bei 25%.

Fazit: Was für Frauen bei der Geldanlage wichtig ist

Überlegtes Handeln, viel Geduld, kleines Risiko: In Sachen Finanzen machen Frauen vieles richtig. Riskant ist es jedoch, bei der Geldanlage gar kein Risiko einzugehen. In dem Fall drohen angesichts der anhaltenden Zinsflaute real Verluste. Darum gehören in jedes Portfolio neben sicheren auch spekulative Geldanlageformen, die die Chance auf eine überdurchschnittliche Rendite bieten. Solche potenziell renditestarken Investments sind ein wichtiger Baustein für jedes erfolgreiche Portfolio und Grundvoraussetzung dafür, dass Frauen finanzielle Unabhängigkeit erreichen und vor Altersarmut geschützt sind.

Sehr wichtig ist es, dass sich Frauen unabhängig vom Partner ein eigenes Anlageportfolio aufbauen. Frauen, die bei der Geldanlage Hilfe wünschen, können sich vorab in spezielle Finanzblogs für Frauen einlesen oder gleich eine unabhängige Finanzberatung für Frauen, zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen, in Anspruch nehmen.  

Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.