Nachhaltig investieren – in die grüne Schifffahrt der Zukunft

Geld in Crowdinvesting anlegen

Einer wachsenden Zahl von Privatanlegern geht es nicht mehr allein um die Rendite. Sie wollen nachhaltig investieren und Gewinne erzielen, ohne dabei die Umwelt zu belasten. Diese Forderung erfüllten bislang vor allem Projekte zum Ausbau erneuerbarer Energien. Doch jetzt rückt auch die Schifffahrt in den Fokus nachhaltiger Investoren. Denn die maritime Branche wird grün. Lesen Sie hier, wie Privatanleger von diesem Trend profitieren.

Einer Umfrage des Vermögensverwalters DWS zufolge haben bereits 48 Prozent der Deutschen einen Teil ihres Vermögens nachhaltig investiert. Viele Privatanleger haben erkannt, dass sich ein gutes Gewissen und gute Renditechancen nicht ausschließen. Das Interesse an nachhaltigen Investments wächst rasant. Nach Angaben des Forums Nachhaltige Energie (FNG) in Berlin stieg das Gesamtvolumen nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland im vergangenen Jahr um knapp 23 Prozent auf die Rekordsumme von 269,3 Milliarden Euro.

Nachhaltig investieren: Das sind die Kriterien

Grundsätzlich gelten Projekte und Unternehmen als nachhaltig, die die so genannten ESG-Kriterien erfüllen. Die Abkürzung ESG steht für die englischen Begriffe Environment, Social und Governance (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung): Nachhaltig wirtschaftet, wer umwelt- und sozialverträglich produziert oder transportiert und seine Geschäfte fair und transparent betreibt.

Für die meisten Anleger steht nachhaltiges Investieren in erster Linie für ökologische Geldanlagen, wie zum Beispiel Wind- und Solarenergie. Das Investment erfolgt in der Regel über nachhaltige Aktienfonds, ETFs sowie projektbezogen über Crowdinvesting.

Im Fokus stehen vor allem Geldanlagen in erneuerbare Energieformen. Sie verbinden Umwelt- und Klimaschutz mit der Chance auf eine überdurchschnittliche Rendite in Zeiten historisch niedriger Anlagezinsen. Grün zu investieren hilft somit Anlegern und der Umwelt zugleich. Solche ökologischen Geldanlagen sind dringend notwendig, um die Energiewende voranzutreiben und die Folgen des drohenden Klimawandels abzumildern.

Ökologische Geldanlage: Windkraft im Sinkflug

Doch der deutsche Anlagemarkt für erneuerbare Energien wird schwieriger. Das gilt insbesondere für die Windenergie. Seit 2017 schrumpfen die Investitionen für neue Onshore-Windkraftanlagen in Deutschland erheblich. Während vor drei Jahren noch 10,7 Milliarden Euro in die deutsche Windenergiebranche flossen, sanken die Investitionen im vergangenen Jahr auf nur noch 3,6 Milliarden Euro. Ein Minus von 66 Prozent – und ein Alarmsignal für Anleger, die nachhaltig investieren wollen.

Hinzu kommt die im Mai von der Bundesregierung beschlossene Abstandsregelung für Windanlagen zu Siedlungen. Sie führt dazu, dass künftig deutlich weniger Flächen für den Bau neuer Windräder infrage kommen als bislang. Als Folge werden in Deutschland immer weniger Windenergieprojekte gestartet. Im vergangenen Jahr gingen bundesweit nur noch 325 Onshore-Anlagen ans Netz. Laut dem Bundesverband Windenergie waren es zwei Jahre zuvor noch 1792, mehr als fünfmal so viel. Die negative Entwicklung der Branche in Deutschland wird zunehmend zum Problem für grün investierende Anleger.

Grüne Modernisierungswelle in der Schifffahrt

Doch für Privatanleger gibt es eine ganze Reihe interessanter Alternativen zu umweltfreundlichen Investment-Klassikern wie Windkraft oder Solarenergie. Zum Beispiel die maritime Branche, die derzeit einen massiven Wandel durchläuft. Der Trend geht zum Green Shipping. Die Reeder haben erkannt, dass saubere Seetransporte nicht nur das Image der Branche verbessern, sondern auch zunehmend zum Wettbewerbsvorteil werden. Mit einer Reihe technischer Innovationen ist die Transportschifffahrt auf dem Weg in eine grüne Zukunft. Privatanleger können von diesem Trend profitieren, wenn sie in nachhaltige Schiffbauprojekte investieren.

Im Hinblick auf den Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2) steht die Schifffahrt schon jetzt erheblich besser da als andere Verkehrsträger. Nach Zahlen der International Maritime Organization (IMO), der Seeschifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen, emittiert ein Schiff pro Tonnenkilometer durchschnittlich lediglich acht Gramm klimaschädliches CO2. Flugzeug (665 Gramm), LKW (100 Gramm) und Bahn (35 Gramm) schneiden erheblich schlechter ab. Die Transportschifffahrt ist nur für etwas mehr als zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, obwohl etwa 90 Prozent des globalen Handels auf dem Seeweg abgewickelt werden.

Die Schifffahrt setzt auf saubere Lösungen

Im Hinblick auf Schwefelemissionen hatte die Branche jedoch lange Zeit Nachholbedarf. Das hat sich mit der Einführung strengerer Schwefelemissionsgrenzwerte für Seeschiffe durch die IMO zu Jahresbeginn geändert. Nach der sogenannten Schwefelrichtlinie darf der Ausstoß von Schwefeldioxid seit dem 1. Januar nur noch bei maximal 0,5 Prozent statt der bislang erlaubten 3,5 Prozent liegen. In küstennahen Gewässern Europas und Nordamerikas sowie besonders empfindlichen Ökosystemen liegt der Grenzwert bereits seit Jahren bei nur noch 0,1 Prozent.

Die Reeder haben im Wesentlichen drei Möglichkeiten, die neuen Grenzwerte einzuhalten:

  1. Sie rüsten Schiffe mit so genannten Scrubbern nach, die den Schwefel aus den Schiffsabgasen herausfiltern. In dem Fall ist es möglich, weiter relativ günstiges Schweröl zu verbrennen
  2. Sie fahren mit deutlich teurerem, schwefelarmem Schiffskraftstoff
  3. Sie stellen den Antrieb auf besonders schwefelarmen Treibstoff wie Flüssigerdgas (Liquified Natural Gas, LNG) um

Da sich bei vielen älteren Schiffen eine technische Nachrüstung zur Einhaltung der neuen Grenzwerte nicht rechnet, hat eine Marktbereinigung eingesetzt. Ein Teil der alten Tonnage-Kapazitäten ist bereits vom Markt verschwunden oder wird in absehbarer Zeit von den Betreibern ausgemustert. Das führt tendenziell zu einer Stabilisierung der Frachtraten und bringt Wettbewerbsvorteile für Reeder, deren Flotte modern und technisch auf dem neuesten Stand ist. Das verbessert auch die Renditechancen von Anlegern, die nachhaltig in Schiffe investieren.

Die Marktbereinigung in der Seeschifffahrt geht weiter

Die Verschärfung der Umweltauflagen und ökonomischer Druck durch auf lange Sicht steigende Treibstoffkosten werden den grünen Wandel der Seeschifffahrt weiter beschleunigen. Weltweit arbeiten Reeder daran, ihre Flotte noch umweltfreundlicher und wirtschaftlicher zu machen, zumal in den nächsten Jahren weitere Verschärfungen von Umweltauflagen durch die IMO folgen werden.

So greifen von 2022 an strengere Regeln für die Behandlung von Ballastwasser (Ballast Water Treatment, BWT), mit dem beladene Frachtschiffe stabilisiert werden. Die neuen Umweltauflagen in der Schifffahrt sollen verhindern, dass sich durch den globalen Seeverkehr Pflanzen und Tiere in Regionen ausbreiten, in denen sie nicht heimisch sind und dort lebende Arten verdrängen.

Auch diese bevorstehende Verschärfung der Umweltauflagen wird zu einer weiteren Marktbereinigung in der maritimen Branche führen und die Wettbewerbsposition der am Markt verbleibenden Akteure und ihrer Investoren stärken.

Nachhaltig investieren in moderne Segelschiffe

Um alle geltenden und künftigen Umweltauflagen einhalten zu können, bedarf es großer Investitionen, die die Reeder nicht allein schultern können. Sie sind auf Investoren angewiesen, die den ökologischen Umbau der Branche finanziell unterstützen und sie auf dem Weg in eine grüne Zukunft begleiten. Als Gegenleistung für ihr finanzielles Engagement bietet die Schifffahrt Anlegern überdurchschnittliche Renditechancen – und eine große Auswahl an Investitionsmöglichkeiten in innovative und wirtschaftlich aussichtsreiche Green Shipping-Projekte.

Einige dieser Projekte haben zum Ziel, den Wind für den Antrieb von Schiffen zu nutzen. Wer in diesem Bereich nachhaltig investieren will, kann im Wesentlichen zwischen zwei unterschiedlichen Windantriebsarten wählen: dem Drachen- und dem Rotorsegel. Beide Innovationen unterstützen den Schiffsdiesel und führen zu einer deutlichen Kraftstoffeinsparung. Zugleich bringt die Technik eine erhebliche Entlastung der Umwelt.

Segelschiffe als ökologische Geldanlage

Beide Systeme haben sich bereits in der Praxis bewährt. Das Drachensegel ist je nach Schiff zwischen 160 und 320 Quadratmeter groß und wird am Vorschiff befestigt. In bis zu 300 Meter Höhe wird es bei Bedarf aufgespannt und zieht den Frachter wie einen Kitesurfer hinter sich her. Kommt der Wind direkt von hinten, bringt das Segel eine Kraftstoffersparnis von rund einem Viertel.

Ein Rotorsegel besteht aus zwei großen, auf Deck installierten Zylindern. Das System basiert auf dem Magnus-Effekt und nutzt durch den Wind verursachte Druckunterschiede in den Zylindern zur Energiegewinnung. Auch mit diesem System sinkt der Treibstoffverbrauch im zweistelligen Prozentbereich.

Grün investieren in Schiffswertpapiere

Eine andere grüne Lösung hat die Hamburger New Shore Invest (NSI) gefunden. Sie bietet Schiffswertpapiere mit einer prognostizierten Rendite von 7 Prozent an, die Privatanleger bereits ab einer Einlage ab 1.000 Euro zu Gesellschaftern eines neuen, emissionsarmen  Mehrzweckfrachters machen. Die erwartete Eigenkapitalrendite kann jedoch wie bei anderen Projekten auch höher oder geringer ausfallen oder ganz ausbleiben.

Das aktuelle NSI-Projekt, der Bau eines modernen Mehrzweckfrachters, bietet Privatanlegern die Möglichkeit, nachhaltig zu investieren und von der erwarteten positiven Entwicklung der maritimen Branche zu profitieren. Das Schiff wird im Februar 2022 fertiggestellt sein, verbraucht etwa ein Drittel weniger Treibstoff als herkömmliche Frachter und wird mit schwefelarmem Marine Gas Oil (MGO) betrieben. Viele Bestandsschiffe fahren dagegen mit Schweröl, einem Abfallprodukt aus den Raffinerien, das die Umwelt stark belastet. Der moderne Frachter hält dagegen alle bestehenden und kommende Umweltauflagen der IMO ein, darunter auch die von 2022 an geltenden schärferen Bestimmungen zur Behandlung von Ballastwasser (BWT). Teure umwelttechnische Nachrüstungen entfallen.

Das umweltfreundliche Projekt der New Shore Invest hat einen weiteren Vorteil für Anleger, die nachhaltig investieren möchten: Gewinne aus dem Schiffsbetrieb werden nicht, wie bei anderen Geldanlagen üblich, pauschal mit der 25-prozentigen Kapitalertragssteuer belegt. Stattdessen unterliegt das NSI-Projekt dem für Anleger erheblich günstigeren Tonnagesteuersystem. Die Tonnagesteuer liegt unter einem Prozent. Mögliche Gewinne aus dem Schiffsbetrieb fließen somit nahezu steuerfrei an die Gesellschafter.

 

Wettbewerbsvorteil durch Green Shipping

Mit vielen innovativen, umweltfreundlichen Projekten tritt die maritime Branche den Beweis dafür an, dass sich Renditechance und Klimaschutz nicht ausschließen. Im Gegenteil. Das Umdenken in der maritimen Branche eröffnet grün investierenden Anlegern interessante Zukunftsperspektiven. Denn Green Shipping bedeutet nicht nur, Verantwortung für die Umwelt und das Klima zu übernehmen. Nur wer künftig in der Lage ist, die strengen Umweltauflagen einzuhalten, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern im Seeverkehr. Davon profitieren Anleger, die in nachhaltige Schiffbauprojekte investieren.

Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.