Private Altersvorsorge: Mehr Geld im Ruhestand

Geld in Crowdinvesting anlegen

Für die meisten Bundesbürger wird die gesetzliche Rente allein nicht mehr ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu sichern. Denn das Rentenniveau wird bis zum Jahr 2030 auf nur noch 43 Prozent des Durchschnittslohns sinken. Experten raten dazu, die entstehende Rentenlücke durch private Altersvorsorge zu schließen. Doch wie sieht die optimale Altersvorsorge aus? Lesen Sie hier, wie Sie sich vor Altersarmut schützen und finanziell für später absichern.

Schon jetzt reicht die gesetzliche Rente für Millionen Ruheständler kaum mehr für das Nötigste. Das belegen Daten des Statistischen Bundesamtes. Die Zahl der von Altersarmut bedrohten Rentner ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Allein zwischen 2010 und 2017 wuchs sie um 215.000 auf 3,2 Millionen. Demnach waren etwa 18,7 Prozent der Senioren von Altersarmut betroffen. Die gesetzliche Rente ist kein Garant mehr für ein sorgenfreies Leben im Alter.

Altersarmut trotz Rente: Darum ist private Vorsorge so wichtig

Alles deutet darauf hin, dass sich die finanzielle Situation älterer Menschen in Deutschland weiter verschärfen wird. „Die Altersarmut wird in den nächsten zehn, 15 Jahren noch einmal sehr, sehr deutlich zunehmen“, prognostiziert auch Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

Darum ist private Altersvorsorge so wichtig. Sie ist nichts anderes als eine langfristige Vermögensbildung, um nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben finanziell abgesichert zu sein und den gewünschten Lebensstandard halten zu können. Mit der richtigen Strategie lässt sich auch mit wenig Geld ein beruhigendes finanzielles Polster fürs Alter aufbauen.

Wie sieht die perfekte Altersvorsorge aus?

Kapital-Lebensversicherung, Riester-Rente, betriebliche Altersvorsorge, private Rente: Es gibt eine Vielzahl klassischer Bausteine, mit denen sich eine sichere private Altersvorsorge zusammenstellen lässt. Hinzu kommen Wertpapier- und Immobilienanlagen, Aktienfonds, Indexfonds (ETFs) und neue, potenziell renditestarke Anlageoptionen wie Crowdinvesting. Welche dieser Bausteine sich im Einzelfall für die private Vorsorge eignen, hängt von Faktoren wie der aktuellen Lebenssituation, dem Alter, der Risikobereitschaft, den finanziellen Möglichkeiten und dem Finanzbedarf im Ruhestand ab.

Grundsätzlich gilt für die private Altersvorsorge das gleiche wie für alle anderen Geldanlagen auch: Je sicherer das Investment ist, desto weniger Ertrag bringt es. Spekulativere Anlagen bieten dagegen die Chance auf überdurchschnittliche Renditen, bergen aber zugleich ein höheres Verlustrisiko. Jeder Privatanleger muss selbst für sich entscheiden, wie der Mix in seinem Altersvorsorge-Portfolio aussehen soll.

Idealerweise ruht die Absicherung für später auf mehreren Säulen. Auch bei der privaten Altersvorsorge ist eine breite Streuung der Gesamtanlage auf mehrere Investments ratsam und bringt mehr Sicherheit. Für eine gute Gesamtrendite macht es jedoch Sinn, auch bei der Vorsorge potenziell renditestarke Investments beizumischen und dafür ein kalkuliertes Risiko einzugehen. Denn mit klassischen Anlagen allein lässt sich die drohende Rentenlücke nicht schließen, weil sie meist nur eine kleine Rendite abwerfen.

Kapital-Lebensversicherung: Auslaufmodell für die Altersvorsorge

Das gilt ganz besonders für die Kapital-Lebensversicherung. Statistisch gesehen besitzt jeder Bundesbürger eine solche Police. Nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) existierten 2019 bundesweit rund 83 Millionen Verträge.

Jede einzelne dieser Lebensversicherungs-Policen setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: einer Risiko-Lebensversicherung zur Absicherung der Familie und einem langfristigen Sparplan zur Vermögensbildung. Das Problem: In der Regel erfahren die Versicherungskunden nicht, wie der Beitrag auf die beiden Versicherungsbestandteile aufgeteilt wird. Tatsächlich fließt nur ein Teil als Altersvorsorge in den Sparplan, dessen Verzinsung derzeit bei nur noch 0,9 Prozent liegt. 2021 wird der Garantiezins gar auf 0,5 Prozent sinken.

Auch steuerlich fahren Anleger mit Kapital-Lebensversicherungen bei der Altersvorsorge nicht gut. Auf Gewinne aus Verträgen, die 2005 oder später abgeschlossen wurden, werden 25 Prozent Kapitalertragssteuer sowie Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig. Kurz: Kapital-Lebensversicherungen sind alles andere als Renditebringer. Rechnet man die Inflationsrate über die Laufzeit gegen den Ertrag, ergeben sich meist real deutliche Kaufkraftverluste. Verbraucherschützer raten deshalb schon seit Jahren davon ab, bei der privaten Altersvorsorge auf Kapital-Lebensversicherungen zu setzen.

Private Rente: Wie der Staat bei der Altersvorsorge hilft

Auch der Staat fördert die finanzielle Vorsorge fürs Alter, und zwar über die so genannte Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge.

Bei Riester-Verträgen wie zertifizierten Bank- oder Fondssparplänen, klassischen oder fondsgebundenen Rentenversicherungen oder Bausparverträgen schießt der Staat einkommensunabhängig Geld zur Altersvorsorge hinzu. Wer die volle staatliche Grundzulage in Höhe von jährlich 175 Euro erhalten will, muss vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens in den Riester-Vertrag einzahlen. Dadurch können sich Geringverdiener schon mit überschaubarem finanziellem Aufwand die volle Förderung sichern.

Für jedes vor 2008 geborene Kind zahlt der Staat weitere 185 Euro, für später geborene Kinder gibt es nochmals je 300 Euro. Das macht die Altersvorsorge mit Riester-Vertrag auch für Familien mit Kindern sehr interessant.

Hinzu kommt, dass die Beiträge zur Riester-Rente als Altersvorsorge gelten und bis zu einer Höhe von 2100 Euro steuerlich absetzbar sind. Allerdings gilt für alle Riester-Verträge die nachgelagerte Besteuerung: Der Fiskus belegt alle Auszahlungen voll mit dem persönlichen Steuersatz. Nachteilig ist außerdem, dass sich viele Riester-Produkte aufgrund hoher Abschlussgebühren und laufender Kosten allenfalls wegen der staatlichen Zuschüsse rechnen. Die Rendite der deutschlandweit rund 16 Millionen Verträge tendiert vielfach gegen Null. Darum ist Altersvorsorge mit Riester in der Regel nur bei genauer Produktauswahl und für den genannten Personenkreis uneingeschränkt zu empfehlen. 

Betriebliche Altersvorsorge: Zuschuss vom Chef

Seit 2002 sind Unternehmen verpflichtet, ihren Mitarbeitern eine Form der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) anzubieten. Meist geschieht dies in Form einer Direktversicherung. Dahinter steckt in der Regel eine klassische Lebensversicherung mit garantiertem, relativ geringem Ertrag oder ein potenziell renditestarkes Fondssparmodell, das allerdings auch ein höheres Verlustrisiko mit sich bringt.

Meist fließt der Beitrag für diese Form der privaten Altersvorsorge direkt per Entgeltumwandlung vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers in die private Rente. In diesem Jahr liegt der monatliche steuerfreie Höchstbetrag bei 552 Euro (6.624 Euro/Jahr). Ein Teil davon – derzeit 276 Euro – ist auch frei von Sozialversicherungsabgaben. Diesen Vorteil teilt sich der Arbeitnehmer mit seinem Chef. Bei Neuverträgen ist der Arbeitgeber allerdings verpflichtet, seine Ersparnis bei der Sozialversicherung in voller Höhe in die Altersvorsorge des Mitarbeiters fließen zu lassen. Von 2022 an gilt dies auch für alle alten Verträge – ein gutes Argument für die betriebliche Altersvorsorge.

Wie bei Riester-Verträgen ist auch die per bAV angesparte private Altersvorsorge pfändungssicher und im Falle finanzieller Not vor Hartz IV geschützt. Allerdings gilt in der Auszahlungsphase auch bei der betrieblichen Altersvorsorge die nachgelagerte Besteuerung.

Wie gut ist eine Privatrente für die Vorsorge?

Wer in einen privaten Rentenvertrag einzahlt, erhält dafür später eine monatliche Rente oder eine Einmalzahlung. Die Höhe der Auszahlung hängt von der Beitragshöhe und -dauer sowie davon ab, wie erfolgreich das Versicherungsunternehmen die Beiträge anlegt. Denn neben einem garantierten Auszahlungsbetrag wird zusätzlich eine Gewinnrente fällig, die vom Geschäftserfolg der Gesellschaft abhängt. In den vergangenen Jahren fiel die Gewinnrente wegen der anhaltend niedrigen Anlagezinsen tendenziell immer kleiner aus.

Weiterer Haken der Altersvorsorge per Privatrente: Der Gewinn aus Verträgen, die nach 2005 abgeschlossen wurden, muss versteuert werden. Der Ertrag verringert sich zudem durch Verwaltungskosten. Die meisten Verträge lohnen sich nach Ansicht von Verbraucherschützern daher nicht. Sie sind kein probates Mittel, um die gesetzliche Rente deutlich aufzustocken und Altersarmut zu vermeiden. Im Einzelfall können allerdings Privatrenten, die an Riester gekoppelt sind, wegen der staatlichen Zuschüsse durchaus rentierlich sein.

Private Altersvorsorge mit Aktien, Fonds und ETFs

Neben den genannten Wegen, mit Versicherungen und staatlichen Hilfen finanziell fürs Alter vorzusorgen, haben Privatanleger auch die Möglichkeit, ihre Altersvorsorge zumindest teilweise selbst in die Hand zu nehmen und ihr Anlageportfolio eigenverantwortlich zu managen. Diese Strategie hat den Vorteil, dass weniger Kosten als bei Versicherungslösungen anfallen und das investierte Geld für die private Altersvorsorge flexibel und je nach Bedarf und Lebensphase auf andere Geldanlagen umgeschichtet werden kann.

Zu den klassischen Anlagenformen zählen vor allem Aktien, Fonds und ETFs. Investments in Einzelaktien eignen sich in der Regel jedoch nicht zum Aufbau einer sicheren privaten Vorsorge fürs Alter. Mit monatlichen Beträgen von 50, 100 oder 250 Euro oder einem Einmalbetrag von beispielsweise 10.000 Euro ist keine breite Streuung des eingesetzten Kapitals auf viele verschiedene Aktien aus unterschiedlichen Branchen und Ländern möglich. Entsprechend hoch ist das Anlagerisiko.

Bei Aktienfonds ist das anders. Per Sparplan lässt sich über die Jahre bereits mit 50 Euro im Monat eine gute Basis für die Altersvorsorge erwirtschaften. Allerdings sollten Privatanleger immer die Kosten fürs Depot und das Fondsmanagement sowie Ausgabeaufschläge berücksichtigen. All dies schmälert die Rendite. Allerdings bieten Fonds dank breiter Streuung der Anlagesumme auf viele verschiedene Aktien im Gegensatz zu Investments in Einzelaktien deutlich mehr Sicherheit gegen Verluste.

Wo liegen die Gefahren für die private Rente?

Das gilt auch für ETFs (exchange-traded funds), die frei an der Börse gehandelt werden. Im Gegensatz zu gemanagten Aktienfonds sind ETFs jedoch nur an einen Index wie zum Beispiel den Deutschen Aktienindex (Dax) oder den US-Börsenindex Dow Jones gekoppelt. Das spart Kosten und erhöht dadurch die Chance auf eine hohe Rendite. Die Verwaltungsgebühren liegen in der Regel nur zwischen 0,2 und 0,5 Prozent der Investitionssumme. Zum Vergleich: Bei aktiv gemanagten Fonds werden bis zu 2,5 Prozent fällig.

Dem gegenüber steht jedoch auch die Gefahr von Verlusten durch Kursschwankungen. Darum sollten Investments an der Börse immer langfristig über mindestens zehn bis 15 Jahre laufen, damit sich Kurseinbrüche nicht negativ auf die Rendite auswirken.

Crowdinvesting: Alternative für die private Vorsorge

Eine interessante Option für die Altersvorsorge bieten neue Investmentmöglichkeiten wie das Crowdinvesting. Über diese noch relativ junge Form der Geldanlage können sich Privatinvestoren schon mit geringen Beträgen ab etwa 100 Euro an chancenreichen innovativen Projekten, Start-up-Firmen oder etablierten Unternehmen beteiligen. Dank digitaler Vertriebswege sind die Nebenkosten gering.

Viele Crowdinvesting-Projekte bieten die Chance auf eine überdurchschnittliche Rendite und damit die Möglichkeit, die private Altersvorsorge erheblich aufzubessern. Dem steht jedoch auch ein höheres Anlagerisiko gegenüber. Darum eignet sich Crowdinvesting nur als spekulative Beimischung für die private Vorsorge.

Das gilt auch für die besonders beliebten Immobilienfinanzierungen per Crowdinvesting. Auch das „Betongold“ muss vermietet oder verpachtet werden, damit Crowdinvestoren Gewinne erzielen können. Zudem sollten Privatanleger stets das Risiko einer möglichen „Blasenbildung“, also einer Überhitzung des Immobilienmarktes, im Auge behalten.

Was bringen Schiffswertpapiere für die Altersvorsorge?

Welche weiteren Alternativen haben Anleger bei der privaten Vorsorge? Eine interessante Möglichkeit besteht darin, dem Portfolio potenziell renditestarke Schiffswertpapiere beizumischen. Wer bei der Altersvorsorge sonst nur auf wenig rentierliche Anlagen wie eine private Rente von einer Versicherung setzt, kann mit einem chancenreichen Investment ein paar Prozent Rendite mehr fürs Alter gut gebrauchen. Das kann am Ende den Unterschied zwischen Wohlstand und einem eher bescheidenen Leben im Ruhestand ausmachen.

Die Hamburger New Shore Invest (NSI) vermittelt ausgewählte Schiffswertpapiere, deren prognostizierte Rendite bei rund 7 Prozent liegt. Sie kann jedoch höher oder geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Auch der Verlust der Einlage ist möglich, was ebenso für eine Reihe anderer Investments wie zum Beispiel Aktien, Aktienfonds, Immobilien, ETFs oder auch die private Rente gilt, sofern sie auf Fondssparen basiert.

Ausschüttungen sind nahezu steuerfrei

Privatanleger haben neben jährlichen Ausschüttungen aus dem Schiffsbetrieb zusätzlich die Chance, als Miteigentümer des Schiffs bei einem späteren Verkauf von dessen möglicher Wertsteigerung zu profitieren. Anders als beispielsweise Riester-Verträge, Policen der betrieblichen Altersvorsorge oder nach 2005 abgeschlossene Kapital-Lebensversicherungen werden die Schiffswertpapiere weder nachgelagert besteuert noch unterliegen sie der Kapitalertragssteuer. Stattdessen wird auf die Gewinne aus dem Schiffsbetrieb lediglich die so genannte Tonnagesteuer fällig, die unter 1 Prozent liegt. Privatinvestoren zahlen somit nahezu keine Steuern auf Ausschüttungen.

Aufgrund der Renditechancen sind Schiffswertpapiere eine interessante Ergänzung zu Riester-Rente und anderen Produkten für die private Vorsorge. Wegen des höheren Anlagerisikos sollten sich Anleger bei der Altersvorsorge jedoch nicht allein auf die Performance von Crowdinvesting-Produkten verlassen. In einem diversifizierten Portfolio erhöhen sie aber die Chance auf eine überdurchschnittliche Gesamtrendite – und damit auf mehr Geld im Alter. 

Vor der Rente: Altersvorsorge-Portfolio umstrukturieren!

In den letzten Jahren vor dem Ruhestand sollten Anleger die spekulativeren Bestandteile ihrer Altersvorsorge schrittweise verringern, sobald sich eine gute Gelegenheit dafür bietet. Das dann verfügbare Geld wird in sichere Investments umgeschichtet und verbleibt dort bis zur Rente. Der Grund: In der Vorsorgephase kurz vor dem Ruhestand geht Sicherheit vor Rendite, die Gewinnmitnahmen dienen der Sicherung der bereits erreichten privaten Vorsorge. Mit dieser Strategie vermeiden Sie finanzielle Rückschläge, die sich bis zur Rente nicht mehr ausgleichen lassen.

Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.