Schiffinvestments: Vier Fehler aus der Vergangenheit – und die Lösungen für die Zukunft

Geld in Crowdinvesting anlegen

Von wegen schwimmendes Sparbuch! Geschlossene Schifffonds strandeten in der Finanzkrise 2008 und 2009 massenhaft und zerstörten das Vertrauen in die eigentlich attraktive Anlageklasse. Für die Fehler von damals gibt es aber inzwischen Lösungen und somit eine neue Chance für Investoren.

 

Über 30 Milliarden Euro investierten zehntausende deutsche Anleger innerhalb weniger Jahre in geschlossene Schifffonds und erhofften sich hohe Renditen in einem vermeintlich sturmfreien Markt. In den ersten Jahren klappte nicht nur das einigermaßen gut, sondern auch das Geschäft mit diesen meist geschlossenen Schifffonds. Diese Hochzeiten sind allerdings vorbei – zwischendrin räumte die Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 den internationalen Schiffmarkt auf.

 

Die Krise sorgte vor allem bei den Investoren für ratlose Gesichter, die dem inzwischen zum Mahnmal gewordenen Ausdruck des „schwimmenden Sparbuchs“ bedingungslos vertraut hatten. Das Konzept der Schiffinvestments durch geschlossene Fonds ist seitdem gebrandmarkt. Dabei bietet der Schiffmarkt durchaus Chancen – wenn die Investments richtig getätigt werden. Die Fehler von damals sind heute offensichtlich. Das hat den Vorteil, dass inzwischen Produkte am Markt sind, die die vier größten Fehler der Vergangenheit vermeiden.

 

Die Transparenz

Die fehlende Transparenz ist vermutlich das, was der Branche nach dem Crash am meisten vorgeworfen wurde. Zurecht. Die Verkaufsgespräche liefen in Zeiten der geschlossenen Schifffonds meist im Hinterzimmer und wenig transparent ab. Der Ausdruck der schwimmenden Sparbücher war reines Marketing und weit von der Wahrheit entfernt. Das bestätigt auch Hanno Tamminga, der als gelernter Schiffskaufmann mit Masterabschluss im Bereich Shipping, Trade and Finance über jahrelange internationale Berufserfahrung von Hamburg über London und Tokio bis Singapur verfügt: „Der Schiffsmarkt ist ein sehr volatiler Markt. Es besteht also ein Totalverlustrisiko, es kann aber auch sehr viel besser als prognostiziert laufen.“

 

Tamminga selbst hat mit seinem Geschäftspartner Richard Heuser dieses Problem erkannt und mit der gemeinsamen Firma New Shore Invest an der Tokenisierung eines Schiffes und damit an der Lösung der alten Probleme gearbeitet. Mit Erfolg: Das Investment ist von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht genehmigt, alle Informationen sind sofort und ohne Gesprächstermin online einsehbar. Auch der Vertrieb läuft über das Netz. Und dadurch, dass die Schiff-Token schon ab 1.000 Euro handelbar sind, werden auch die Vertriebs-Auswüchse der Schifffonds eingedämmt, erklärt Tamminga: „Wir wollen Schiffinvestments heutzutage als das verkaufen, was sie wirklich sind: eine Risikobeimischung. Deswegen gibt es die kleinen Ticketgrößen.“

 

Der Zugang

Die kleinen Ticketgrößen sind aber nicht nur für eine transparentere Portfolio-Allokation wichtig – sondern auch für den Zugang zu Schiffinvestments. Die klanglos gekenterten Schiffsfonds galten nämlich jahrelang als Geheimtipp. Vermögensanlagevermittler und Banken priesen die Produkte in persönlichen Gesprächen an, die Mindestanlage lag häufig bei mindestens 25.000 Euro. Der Zugang zu Schiffinvestments war so nur denen vorbehalten, die genug Geld auf der hohen Kante hatten.

 

Statt einer Summe von 25.000 Euro und den richtigen Kontakten braucht es inzwischen nur noch einen Betrag von 1.000 Euro und einen halbwegs ordentlichen Internetzugang. Über die tokenisierten Investments soll der Markt auch außerhalb der Schifffahrtsbranche langfristig „demokratisiert“ werden. Der Zugang zu bisher für Privatanleger unerreichbare Assets könnte so einfacher werden. „Von der Struktur her sind solche Investments dann viel einfacher. Sie sind durch die Tokenisierung abstoßbar und handelbar“, erklärt Tamminga. Denn auch die Handelbarkeit war bei den geschlossenen Fonds ein Problem. Bei tokenisierten Schiffinvestments könnte sich in den nächsten Jahren dagegen ein Sekundärmarkt entwickeln.

 

Die Kosten

Bei geschlossenen Schifffonds lag die Investitionsquote teilweise bei nur 60 bis 70 Prozent. Der Vertrieb über teure Vermögensanlagevermittler und bestehende Netzwerke kostete den Anleger genauso teure Provisionen wie die hohen Verwaltungs- und Weichkosten sowie die Ausgabeaufschläge. Dazu mussten die Investoren zusätzlich noch mit weiteren Problemen kämpfen, die die Schifffonds teurer machten. „Früher haben Reedereien auch gerne Schiffe vorreserviert und dem Fonds dann mit einem gehörigen Aufschlag weiterverkauft. Das hat natürlich nicht zur Kostentransparenz beigetragen“, erklärt Tamminga.

 

Durch die Tokenisierung ist zum einen die Kostentransparenz sichergestellt, zum anderen fallen viele Kosten einfach hintenüber. Die Verwaltungskosten sind durch die Blockchain-Technologie viel geringer, teure Intermediäre im Vertrieb oder der Strukturierung müssen nicht mehr bezahlt werden. Die Investitionsquote liegt deshalb bei tokenisierten Schiffinvestments bei weit über 90 Prozent.

 

Das Investment

Die Schifffonds investierten in einzelne oder mehrere Schiffe – konzentrierten sich dabei aber meist auf den breiten Markt. Containerschiffe etwa sind jedem Investor geläufig. Gerade dieser Zweig der Schifffahrt litt aber auch in der Finanzkrise stark. Weniger getroffen wurden andere Bereiche wie die Projektschifffahrt oder Mehrzweckfrachter.

 

Diese Learnings haben auch Heuser und Tamminga bei ihrem tokenisierten Schiff einfließen lassen: „Beim Produkt selbst legen wir den Fokus nicht auf Massenschiffware wie Containerschiffe oder Bulkcarrier, sondern auf einen stabileren Nischenmarkt.“ Aus diesem Grund ist das Schiffprojekt, das hinter dem Token von New Shore Invest steht, ein nachhaltiger und moderner Mehrzweckfrachter. RHAS-5 soll das Schiff bei der Fertigstellung 2022 heißen und durch neuste Technik einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz haben. Das kann das Vertrauen in die Schiffsbranche stärken, meint Tamminga: „Das ist eine befleckte Industrie. Aber weil sie jetzt so transparent und einsehbar ist, können wir uns Fehler gar nicht erlauben.“

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Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.