Steuerlast von unter einem Prozent – diese Anlageklasse macht es möglich

Geld in Crowdinvesting anlegen

Während am Kapitalmarkt die Abgeltungssteuer mit 25 Prozent ins Kontor schlägt, gibt es eine Assetklasse, deren Besteuerung bei meist nur unter einem Prozent liegt. Weniger geht nicht – dies ist die Assetklasse mit der niedrigsten Steuerbelastung überhaupt.

 

„Diese Besteuerung ist für jeden Investor interessant, weil es die einzig legale Möglichkeit für niedrigstbesteuerte Renditen ist.“ Das sagt einer, der es wissen muss. Hermann Neemann ist Steuerberater bei der Anchor Martax Steuerberatung, hat in seiner Arbeit einen Fokus auf Schifffahrt gelegt. Und deswegen weiß Neemann auch so gut um die steuerlichen Vorteile in der Branche Bescheid – und die sind enorm.

 

Das Stichwort dafür: Tonnagesteuer. Die Funktionsweise: Etwas gewöhnungsbedürftig. 1998 wurde sie speziell in der deutschen Schifffahrt eingeführt, nachdem die Niederlande und auch Norwegen einen ähnlichen Ansatz bereits umgesetzt hatten. Damit wollten sie und auch Deutschland mit den niedrigen Besteuerungen für Schiffe in Zypern oder Malta mithalten können. „Die Niederländer und andere Länder haben diese Modelle etwas geändert und wollten in ihrem Gewinnermittlungssystem bleiben. Sie unterstellten deshalb unabhängig vom betriebswirtschaftlichen Gewinn einen pauschalen Gewinn, der sich nach der Schiffstonnage berechnet“, erklärt Neemann die Funktionsweise. Der Clou an der Berechnung: „Diese Pauschalen sind so gering, dass man im Vergleich zu den echten erzielten Gewinnen von einer marginalen Besteuerung sprechen kann.“

 

Konkret gibt es für diese Gewinnermittlung in Deutschland eine Staffelung an Cent-Beträgen, die sich an der Nettoraumzahl ausrichtet. Je größer ein Schiff, desto niedriger wird der Betrag für die zusätzliche Nettoraumzahl. Letztere ist dabei nur ein beliebiger technischer Anknüpfungspunkt – und die Besteuerung nur symbolisch. Neemann rechnet vor: „Wenn so ein Schiff im Regelfall rund 12.000 Tonnen tragen kann, hat es mit der Tonnagesteuer einen steuerlichen Jahresgewinn von 11.500 Euro. Der betriebswirtschaftliche Gewinn kann aber bei 500.000 oder 600.000 Euro liegen.“ Ein enormer Unterschied also.

 

Für die Teilhaber eines Schiffes also ein großer Pluspunkt. Die getätigten Investments und ihre tatsächlichen Gewinne werden nicht wie am Aktienmarkt um rund ein Viertel gemindert, sondern faktisch meist nur um eine Steuerbelastung von unter einem Prozent. Dass von diesem enormen Steueranteil auch kleinere oder sogar Privatinvestoren profitieren können, haben sich Hanno Tamminga und Richard Heuser als Geschäftsführer von New Shore Invest zur Aufgabe gemacht. Über digitale Blockchain-Token können Investoren schon ab einem Betrag von 1000 Euro Teilhaber eines Schiffes werden. Die digitale Wertmarke verbrieft sie als Teil einer Kommanditgesellschaft, die an das jeweilige Schiff gekoppelt ist.

 

Tamminga und Heuser erwarten für ihr neustes Projekt, einen Mehrzweckfrachter namens RHAS-5, eine jährliche Brutto-Rendite von rund sieben Prozent. Durch die Tonnagesteuer wird der Gewinn nur kaum verringert, erklärt Richard Heuser: „Bei einem Investment von 5000 Euro liegt die Höhe der Steuern jährlich nur bei etwas über drei Euro.“ Zum Vergleich: bei einem Kapitalmarkt-Investment mit der gleichen Rendite-Erwartung würde der Gewinn durch die Steuern nicht um drei Euro, sondern um etwa 87 Euro sinken. „Von der Natur des Investments sind Schiffe nach Steuer einfach mal um 25 Prozent besser, als der Kapitalmarkt nach Steuer“, ergänzt Tamminga.

 

 

Und die Abrechnung nach der Tonnagesteuer ist darüber hinaus sehr simpel. „Der Gewinn nach der Tonnagesteuer im Verhältnis des jeweiligen Anteils am Gesamteigenkapital muss ein Investor nur in seiner Steuererklärung angeben. Dafür kriegt er eine Steuerbescheinigung, wie man sie bei Kapitalanlagen auch von der Bank bekommt“, erklärt Heuser. Allerdings ist die Berechnung dieses Gewinns immer pauschal – unabhängig von dem wahren Gewinn des Schiffes. Selbst wenn das Schiff also einen Verlust macht, muss der Gewinn nach der Tonnagesteuer besteuert werden. Verluste können also nicht wie bei Wertpapieranlagen steuerlich geltend gemacht werden. „Aber das ist ein verschmerzbarer Nachteil. Normalerweise investiert man ja sowieso, weil man Gewinn machen will“, erklärt Tamminga.

 

Es überwiegen also die Vorteile. Erkannt haben sie aber bisher nur Profi-Investoren, meint Heuser: „Das sind Profis, unter anderem aus dem Private-Equity-Bereich, die diesen Unique-Selling-Point erkannt haben.“ Und Tamminga pflichtet ihm bei: „Die große Masse hat diesen Vorteil noch nicht erkannt. Es ist ein schwer zu vermittelndes Thema, und mühselig, diesen Benefit und diesen Vorteil herauszuarbeiten.“

 

Immerhin dürften die zwei Token- und Schifffahrt-Profis noch ein paar Jahre Zeit haben. Denn die Gewinnermittlung nach der Tonnagesteuer hat sich seit seiner Einführung durchgesetzt, erklärt Steuerexperte Neemann: „Die Tonnagesteuer ist sehr rechtssicher, weil sie exakt dem Vorschlag der Europäischen Union zur Gestaltung der Steuer entspricht. Denn inzwischen gibt es europaweite Richtlinien zur Schifffahrtsbesteuerung.“ Und seitdem die Schifffahrtsbranche ihre zwischenzeitlich schwere Krise überstanden hat und die meisten Schiffe wieder einen hohen Gewinn erzielen, profitieren davon vor allem die Investoren.

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Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.