Crowdinvesting in Deutschland: Gemeinsam Geld anlegen

Crowdinvesting - deutsches Projekt

Das Prinzip ist einfach: Viele Anleger investieren Kapital in Unternehmen, Kampagnen oder innovative Projekte – so funktioniert Crowdinvesting in Deutschland. Dem Anbieter helfen die bankunabhängigen Mittel, ein Projekt zu verwirklichen. Die Geldgeber werden im Erfolgsfall am Gewinn beteiligt. Wie genau Privatinvestoren profitieren, hängt von der genauen Beteiligungsform ab. Üblich sind sogenannte Mezzanine-Finanzierungsmodelle. Lesen Sie hier, welche Teilhabevarianten die gängigsten sind und welche Bedingungen dabei für Privatinvestoren gelten.

Drei klassische Modelle für Crowdinvesting in Deutschland

Die folgenden drei Mezzanine-Finanzierungsformen werden beim Crowdinvesting in Deutschland am häufigsten eingesetzt:

  • Partiarisches Darlehen: Die Privatinvestoren werden partiarisch beteiligt, also in Abhängigkeit vom Gewinn, den das Projekt abwirft. Darüber hinaus können Geldgeber und Geldnehmer eine weitere Kapitalverzinsung vereinbaren. Eine Verlustbeteiligung ist ausgeschlossen. Allerdings ist das Darlehen nachrangig: Im Fall einer Insolvenz des Geldnehmers kann es sein, dass Forderungen anderer Gläubiger vor denen der Crowdinvestoren beglichen werden.
  • Stille Beteiligung: Die Anleger fungieren zwar als Kapitalgeber, treten aber nicht als Gesellschafter nach außen auf. Sie partizipieren am möglichen Gewinn des Unternehmens und an dessen Wertsteigerung. Am Verlust nimmt der stille Gesellschafter bis zur Höhe seiner Einlage teil. Eine Beteiligung am Verlust wird aber oft vertraglich ausgeschlossen.
  • Genussrecht: Privatanleger beteiligen sich über ein Wertpapier, zum Beispiel einen Genussschein, an einem Projekt. Hat das Projekt Erfolg, werden sie am Gewinn beteiligt. Verluste, die über das eingesetzte Kapital hinausgehen, müssen Anleger hingegen nicht tragen. Es besteht keine Nachschusspflicht. Allerdings haben Anleger in der Regel auch keine Möglichkeit der unternehmerischen Mitbestimmung.

Alle drei Finanzierungsformen haben zwei Dinge gemeinsam:

  1. Scheitert das Investment, besteht das Risiko, dass die Privatanleger ihren Einsatz teilweise oder ganz verlieren.
  2. Dem Risiko steht die Chance auf Teilhabe an einem aussichtsreichen Projekt sowie auf eine überdurchschnittlich hohe Rendite gegenüber. Beim Crowdinvesting in Deutschland sind je nach Unternehmen und Projekt Ausschüttungen bis zu 10 Prozent pro Jahr auf das eingesetzte Kapital möglich.

Diese Vorteile hat Crowdinvesting in Deutschland

Während ein Unternehmen zufließendes Kapital im Falle von Genussrechten und stillen Beteiligungen wirtschaftlich wie Eigenkapital behandelt, zählen partiarische Darlehen und Anleihen als Fremdkapital und werden darum als Verbindlichkeiten bilanziert.

Mezzanin-Kapital bietet Unternehmen eine ganze Reihe von Vorteilen:

  • Es stellt eine Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen dar, die keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu anderen Finanzierungsquellen haben. Dies kann zum Beispiel in einer frühen Unternehmensphase der Fall sein, in der Banken oder Venture-Capital-Gesellschaften (noch) kein Investitionskapital bereitstellen oder das Geschäftsmodell nicht im Fokus von Venture-Kapitalgebern steht.
  • Mit den zusätzlichen Eigenmitteln steigt die Kreditwürdigkeit des Unternehmens, das als Folge davon am Kapitalmarkt bessere Konditionen erhält.
  • Das Unternehmen muss in der Regel keine besonderen Anforderungen erfüllen, was beispielsweise seine Ausstattung mit Eigenmitteln betrifft.
  • Im Gegensatz zur Finanzierung durch Banken sind beim Crowdinvesting in der Regel keine besonderen Sicherheiten notwendig.
  • Für Crowdinvesting-Projekte mit einem Finanzierungsvolumen bis 2,5 Millionen Euro gilt unter bestimmten Voraussetzungen keine Prospektpflicht. Das verringert den administrativen Aufwand für Unternehmen und spart Kosten.
  • Unternehmen können mögliche Finanzierungslücken schließen, wenn beispielsweise ihr Kapitalbedarf für Investitionen von Venture-Capital-Gesellschaften zu gering ist.

Den Vorteilen einer Finanzierung durch Crowdinvesting stehen jedoch auch einige Nachteile für Unternehmen entgegen:

  • Unternehmen haben keine absolute Planungssicherheit, da die Gefahr besteht, dass das benötigte Kapital nicht eingeworben werden kann.
  • Die Crowdinvesting-Kampagne erfordert einen hohen administrativen Aufwand.
  • Die Unternehmen gehen langfristige Verpflichtungen gegenüber ihren Investoren ein. Dazu zählen neben dem Kapitaldienst gegebenenfalls auch Veröffentlichungspflichten.

Trotz der beschriebenen Nachteile hat sich Crowdinvesting in Deutschland zu einer Alternative zu etablierten Finanzierungsformen entwickelt. Zunehmend wird es von etablierten Unternehmen als Ergänzung im Finanzierungs-Mix wahrgenommen und eingesetzt. Somit ist Crowdinvesting nicht mehr nur typisches Finanzierungsinstrument für Start-ups, sondern auch für Mittelständler und große Unternehmen.

Bildnachweis: iStock, 881542226, Jirapong Manustrong

Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.