Die Gesetzeslage zu Crowdinvestments: Rechte und Pflichten für Anleger

Kleinanlegerschutzgesetz

Unternehmen und Start-ups dürfen in Deutschland nicht nach Belieben Crowdinvesting-Projekte starten und dafür Kapital von Privatinvestoren einsammeln. Denn das Crowdinvesting ist per Kleinanlegerschutzgesetz (KASG) reguliert. Es enthält die rechtlichen Grundlagen für das Vermögensanlagengesetz, die wiederum klare Regeln für den Ablauf eines Crowdinvestments vorgeben, und auch Änderungen des Wertpapierprospektgesetzes. Über die Einhaltung der Normen wacht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Doch auch Anleger müssen gesetzlichen Pflichten nachkommen. Ob Genussschein, Venture Loan oder stille Beteiligung: Grundsätzlich werden auf Einnahmen aus Crowdinvesting Steuern fällig. Für diese gibt es jedoch Freibeträge. Lesen Sie hier welche rechtlichen Vorgaben es zum Schutz von Kleinanlegern gibt und welche steuerlichen Gesetze Sie beachten müssen.

Crowdinvesting: Kleinanlegerschutz per Gesetz

Laut Vermögensanlagengesetz unterliegt die Ausgabe von Vermögensanlagen wie zum Beispiel Genussrechten der so genannten Prospektpflicht. Somit fällt im Grundsatz auch das Crowdinvesting unter dieses Gesetz. Im Prospekt muss das emittierende Unternehmen Investoren ausführlich über Art, Gegenstand und Risiken der Anlage informieren und so für größtmögliche Transparenz sorgen.

Das emittierende Unternehmen erstellt den Verkaufsprospekt üblicherweise in Zusammenarbeit mit Rechtsberatern und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Das ist mit hohen Kosten verbunden, die für viele kleinere Crowdinvesting-Projekte das sofortige Aus bedeuten würden.

Wertpapierprospekt und -informationsblatt: Wo liegt der Unterschied?

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber die gesetzlichen Vorgaben des Vermögensanlagengesetzes durch das Kleinanlegerschutzgesetz in 2016 sowie im Sommer 2018 nun auch für Wertpapiere im Wertpapierprospektgesetz (WpPG) gelockert. Nach dem WpPG sind Emittenten bei der Finanzierung von Crowdinvesting-Projekten unterhalb eines Volumens von 100.000 Euro komplett von der Prospektpflicht befreit. Bis zu einer Grenze von acht Millionen Euro ist der Emittent lediglich unter anderem  verpflichtet, anstelle des aufwendigen Wertpapierprospekts ein Wertpapier-Informationsblatt (WIB) zu erstellen, das erheblich kürzer ist als der Prospekt. Erst oberhalb der Acht-Millionen-Schwelle greift das Wertpapierprospektgesetz mit seiner Forderung nach einem Wertpapierprospekt.

Auch das einfachere WIB muss alle wesentlichen Angaben zum geplanten Projekt und seiner Finanzierung beinhalten. Im Einzelnen sind dies unter anderem detaillierte Informationen über:

  • das Wertpapier
  • den Emittenten
  • die Verwendung des Kapitals
  • die mit dem Wertpapier allgemein und speziell verbundenen Risiken
  • mögliche Kosten für den Investor
  • die Chancen auf Erträge und Rückzahlung des investierten Kapitals unter Berücksichtigung verschiedener Marktszenarien

Zudem ist der Verfasser verpflichtet, das WIB mit dem Warnhinweis zu versehen, dass der Erwerb des Wertpapiers mit erheblichen Risiken verbunden ist und zum Verlust des Anlagekapitals führen kann. Das Wertpapier-Informationsblatt wird schließlich bei der BaFin hinterlegt und veröffentlicht.

Schiffsbeteiligungen stehen unter Aufsicht der BaFin

So wird Crowdinvesting durch das Kleinanlegerschutzgesetz und weitere Gesetze transparent: Privatinvestoren können das WIB jederzeit einsehen und sich über das Projekt informieren. Auf diese Weise stehen auch die von New Shore Invest vermittelten Schiffsbeteiligungen unter Aufsicht der BaFin und sind von ihr zugelassen.

Neben diesen Regelungen für Emittenten gibt es zusätzliche Bestimmungen für Privatanleger. Sie dürfen maximal 10.000 Euro in ein Crowdinvesting-Projekt investieren. Ab einer Anlagesumme von 1.000 Euro verlangt der Gesetzgeber eine Investoren-Selbstauskunft gegenüber dem Emittenten oder der vermittelnden Internetplattform: Der Investor muss bestätigen, dass er höchstens zwei Netto-Monatseinkommen in das Projekt investiert oder über ein Vermögen von mindestens 100.000 Euro verfügt. Diese Regelung soll sicherstellen, dass Privatinvestoren eventuelle Verluste finanziell verkraften können. Tritt eine Kapitalgesellschaft als Crowdinvestor auf, gilt diese Selbstauskunftspflicht nicht.

Crowdinvesting und Steuern: Diese Regeln gelten für Investoren

Weiterhin ist ein Privatinvestor verpflichtet Steuern auf seine Erträge zu zahlen. Im Regelfall sind alle Zins- und Kapitalerträge in Deutschland steuerpflichtig. Auf Einnahmen aus Crowdinvesting müssen Privatanleger daher in der Regel folgende Steuern und Abgaben an den Fiskus abführen:

  • 25 Prozent Kapitalertragssteuer
  • 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag
  • Gegebenenfalls Kirchensteuer (Sie liegt in Bayern und Baden-Württemberg bei 8 Prozent, in den übrigen Bundesländern bei 9 Prozent der Einkommensteuer.)

Es gelten allerdings wie bei anderen Kapitalerträgen auch die üblichen Freibeträge. Liegen die kapitalertragssteuerpflichtigen Einnahmen des Privatinvestors innerhalb eines Kalenderjahres unterhalb von 801 Euro (Alleinstehende) beziehungsweise 1.602 Euro (Verheiratete), geht das Finanzamt leer aus. Erst oberhalb der Freibetragsgrenzen erhebt der Fiskus auf Einnahmen aus Crowdinvesting Steuern, sofern der Privatanleger zuvor entsprechende Freistellungsaufträge erteilt hat.

Ist das nicht geschehen, zieht das Finanzamt die Kapitalertragssteuer auf sämtliche Zinserträge ein. Der Steuerzahler kann sich das Geld dann später über die Einkommensteuererklärung zurückholen.

Schiffsinvestments und Steuern: Die Tonnagesteuer

Auch die Tonnagebesteuerung der Schifffahrt bietet Privatanlegern eine Möglichkeit von niedriger Steuerlast zu profitieren. Während der Kapitalertragsteuersatz, der beispielsweise auf Investitionen in Aktien oder Fonds angewendet wird, bei 25% (+ Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) liegt, beträgt die steuerliche Abgabe des Investors bei Anwendung der Tonnagesteuer in der Regel unter 1% auf den ausgeschütteten Gewinn.
Alle von New Shore Invest angebotenen Projekte erfüllen die Bedingungen zur Anwendung der Tonnagesteuer.

Besondere Steuersätze für Kapitalgesellschaften

Eine steuerliche Sonderstellung nehmen in Deutschland ansässige Kapitalgesellschaften ein, wenn sie als Crowdinvestoren auftreten. Als Kapitalgesellschaft gelten laut Handelsgesetzbuch

  • die Aktiengesellschaft (AG) beziehungsweise Europäische Gesellschaft (SE),
  • die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und Unternehmergesellschaft (UG) sowie
  • die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA).

Treten Kapitalgesellschaften als Crowdinvestoren auf, unterliegen Erträge grundsätzlich der Körperschafts- und Gewerbesteuer. Der Körperschaftssteuersatz liegt aktuell bei 15 Prozent des zu versteuernden Einkommens, der Gewerbesteuermessbetrag bei 3,5 Prozent des Gewerbeertrags (Stand: November 2019). Die genaue Höhe des Gewerbesteuersatzes schwankt aber je nach Kommune und hängt vom festgelegten Hebesatz ab. Durch ihn erhöht sich die Gewerbesteuer auf mindestens 7 Prozent, im Bundesdurchschnitt liegt sie bei etwa 15 Prozent.

Fazit

Kleinanleger werden gesetzlich auf verschiedene Weisen geschützt. Beispielsweise durch die Informationspflicht, die Unternehmen ihnen gegenüber haben. Prospektpflicht, sowie Informationsblätter für kleinere Investitionskapitalvolumen dienen der Transparenz und sollen sicherstellen, dass der Anleger seine Investition und damit verbundene Risiken versteht. Um Privatanleger zusätzlich zu schützen, gilt zudem in vielen Fällen eine Selbstauskunftspflicht für Investoren. Diese soll bewirken, dass potentielle Verluste nicht die finanzielle Situation des Anlegers gefährden. 

Eine weitere Pflicht der Investoren ist die Steuerpflicht. Auf fast alle Kapitalerträge muss Kapitalertragsteuer, Solidaritätsbeitrag und gegebenenfalls Kirchensteuer abgeführt werden. Doch auch hier gibt es Sonderregelungen und Freibeträge die es dem Anleger möglich machen die Steuerlast zu reduzieren. Ein Beispiel dafür ist die Tonnagebesteuerung, die für die Schifffahrtsinvestitionen von New Shore Invest gilt und deutlich geringer ausfällt als die Kapitalertragsteuer.

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Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.