Die verschiedenen Anlagestrategien im Vergleich

Anlagestrategien

Die ideale Anlagestrategie ist die Grundlage für einen erfolgreichen Vermögensaufbau. Auf Basis der gewählten Investmentstrategie entscheiden Privatanleger, welche Anlagen sie in ihr Portfolio aufnehmen. Welche Strategie sich für den jeweiligen Investor eignet, ist dabei abhängig von seiner Renditeerwartung, seiner Risikobereitschaft und seinem Anlagehorizont.

Wir stellen Ihnen im Folgenden acht verschiedene Anlagestrategien vor und erläutern, welche Strategie, sich für welche Anleger eignet.

Die grundsätzliche Ausrichtung der Anlagestrategie

Vor jedem Investment stehen zwei Grundsatzfragen, die für die Ausrichtung der Anlagestrategie von zentraler Bedeutung sind:

1. Welches Ziel hat die Geldanlage? Geht es allgemein darum, langfristig Vermögen aufzubauen oder wollen Sie sich einen konkreten Wunsch erfüllen, beispielsweise den Kauf einer Immobilie oder eines Autos?
2. In welcher Zeit wollen Sie das definierte Ziel des Investments erreichen?

Aus den Antworten leitet sich die grundsätzliche Ausrichtung der Anlagestrategie bezüglich Laufzeit des Investments und der Rendite ab.

Growth Strategie

Anleger, die ihr Portfolio nach der Growth Strategie aufbauen, investieren in Unternehmen, die Potenzial für ein überdurchschnittliches Wachstum aufweisen. Häufig sind dies Unternehmen mit innovativen Ideen, denen ein großer Erfolg prognostiziert wird. Growth Unternehmen finden sich oft in der Computer- und Softwareindustrie sowie der Biotechnologie. Diese Unternehmen verzeichnen meist zum Zeitpunkt des Investments noch keine hohen Gewinne. Dies können Anleger an einem hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sehen. Ein hohes KGV bedeutet hierbei, dass der Aktienkurs, also die Marktbewertung, im Vergleich zu den erwirtschafteten Gewinnen relativ hoch ist.

Die Kurse von Growth-Unternehmen beruhen hierbei lediglich auf einer Zukunftsprognose und nicht auf aktuellen Geschäftszahlen. Das bedeutet, dass Anleger von hohen Kursgewinnen im Erfolgsfall profitieren können. Allerdings zahlen die meisten dieser Unternehmen, falls Gewinne erwirtschaftet werden, nur eine sehr geringe bis gar keine Rendite an die Investoren, da die Ausgaben für die Forschung, Entwicklung und Wachstum sehr hoch sind. Diese Anlagestrategie eignet sich für kurz- und mittelfristig orientierte Anleger, da die Kurswerte von Growth-Unternehmen oftmals starken Schwankungen (hohe Volatilität) unterliegen und innerhalb kurzer Zeit sehr hohe Gewinnen beziehungsweise Verluste realisiert werden können.

Value Strategie

Im Gegensatz zu der Growth Strategie investieren Anleger mit der Value Strategie wertorientiert. Ein Portfolio, das auf dieser Anlagestrategie beruht, besteht aus Werten bereits etablierter Unternehmen. Diese besitzen langfristig eine stabile Gewinnentwicklung und weisen eine starke Marktposition auf. Im Vergleich zu Growth Unternehmen basiert der Wert dieser Unternehmen auf der aktuellen Wirtschaftskraft. Dies können Anleger an dem niedrigeren KGV erkennen.

Mit der Value Strategie können Anleger beständigere Kursentwicklungen erwarten, allerdings gibt es auch bei diesen etablierten Unternehmen keine Garantie für die künftigen Kurse. Der Vorteil dieser Investmentstrategie ist die meist höhere Dividendenrendite für Investoren. Diese Strategie eignet sich besonders für langfristig orientierte Anleger, um verhältnismäßig stabil und über einen langen Zeitraum Vermögen aufzubauen.

 

Interessant

Die Dividendenrendite gibt einem Anleger Auskunft darüber, wie eine Aktie verzinst ist. Sie setzt dabei die letzte ausgeschüttete Dividende mit dem aktuellen Kurswert ins Verhältnis. Auf diese Weise können Aktionäre abschätzen, welchen Gewinn sie mit ihrer Anlage erwirtschaften können.

Antizyklische Strategie

Die Antizyklische Investmentstrategie eignet sich insbesondere für bereits erfahrene Anleger, die ein tiefes Verständnis für den Markt, in den sie investieren möchten, besitzen. Beim antizyklischen Investieren werden Unternehmensanteile bei niedrigen Werten gekauft und bei steigenden Kursen wieder verkauft. Dabei müssen Anleger ermitteln, welche Unternehmen einen Wertverfall erlitten haben, der zu hoch ausgefallen ist. Auf diese Weise legen Investoren ihr Geld in Unternehmen an, die unterbewertet sind und in der kommenden Zeit womöglich wieder einen Kursanstieg verzeichnen

Hierbei ist allerdings nicht sicher, dass der jeweilige Kurs wieder steigen wird. Er kann auch weiterhin fallen, sodass die Investoren Verluste erleiden. Diese Strategie erfordert gutes Timing und Geduld bis der erhoffte Kursanstieg eintritt und wird im Erfolgsfall üblicherweise mit heftigen Kursgewinnen belohnt. Daher eignet sich die Strategie in erster Linie für kurz- und mittelfristig orientierte Anleger.

Interessant

Für Anleger, die antizyklisch investieren möchten, bietet sich derzeit eine günstige Situation im Schiffsmarkt. Auf Grund einer scharfen Korrektur des Marktes und neuer Umweltauflagen werden in bestimmten Segmenten des Schiffsmarktes, wie beispielsweise im Segment der Mehrzweckfrachter, vermehrt alte Schiffe ausgemustert.
Der Markt befindet sich demnach in der Phase der Bereinigung und die Werte für Schiffsinvestments sind derzeit niedrig. Durch die Ausmusterung veralteter Schiffe und damit einhergehender Verknappung des Angebotes, neuer Umweltauflagen und dem prognostizierten steigenden Seehandel, können Anleger, die zum jetzigen Zeitpunkt investieren, von voraussichtlich steigenden Charterraten und einer möglichen Wertsteigerung der Schiffe profitieren.

Prozyklische Strategie

Das Gegenteil zum antizyklischen Investieren ist das prozyklische Handeln. Investoren, die ihr Portfolio nach dieser Anlagestrategie aufbauen, legen ihr Geld in Unternehmen an, die bereits einen signifikanten Kursanstieg verzeichnen. Hierbei wird angenommen, dass Unternehmen, die in der letzten Zeit steigende Werte aufwiesen, auch weiterhin ein steigendes Kurspotenzial besitzen und richtet sich damit an langfristig orientierte Anleger. Allerdings kann trotz steigender Kurse nie vorhergesehen werden, wie lange dieser Anstieg anhält.

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Dividenden Strategie

Insbesondere auf Grund des derzeit niedrigen Zinsniveaus, investieren viele Anleger zunehmend in Unternehmen, die regelmäßige Dividenden zahlen. Mit Hilfe dieser Investmentstrategie erhalten Anleger nicht nur durch mögliche Kurssteigerungen ihre Rendite, sondern auch durch regelmäßige Ausschüttungen, wie zum Beispiel bei Schiffswertpapieren. Investoren, die diese Strategie verfolgen, erhalten damit auch bei stagnierenden Kursen eine Dividende.
Unternehmen, die besonders geeignet für die Dividenden Strategie sind, weisen eine besonders hohe Dividendenrendite auf.

Interessant

Die Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite sind in dem sogenannten DivDAX gelistet.

Der Vorteil dieser Strategie besteht darin, dass Unternehmen, die eine regelmäßige Dividende gewährleisten, meist wirtschaftlich solide aufgestellt sind. Diese Geldanlagen sind daher mit weniger Risiko verbunden sind. Allerdings erhalten Investoren mit dieser Anlagestrategie meist insgesamt eine geringere Rendite.

Index Strategie

Die Index Strategie eignet sich insbesondere für Anleger, die wenig Zeit haben, um ihr Portfolio aktiv zu verwalten. Das bedeutet sie legen ihr Geld direkt in verschiedene Indizes an. Mit dieser Investmentstrategie können Investoren beispielsweise in ETFs oder Indexzertifikate investieren. Diese bilden die Entwicklung eines Index exakt nach.

Tipp

Um hohe Gebühren zu vermeiden, empfiehlt es sich nicht, jede einzelne Aktie eines Aktienindex zur Nachbildung zu kaufen.

Size Strategie

Bei dieser Anlagestrategie investieren Privatanleger in sogenannte Blue Chips. Dies sind Aktien von Unternehmen, die einen besonders hohen Marktwert besitzen. Langfristig gesehen, unterliegen diese Unternehmen demnach geringeren Kursschwankungen. Außerdem sind diese Anlagen von einem hohen Handelsvolumen geprägt. Dabei sind allerdings auch die Erträge und Umsätze dieser Unternehmen relativ stabil, wodurch Investoren keine besonders hohen Kursgewinne erwarten können.

Buy-And-Hold Strategie.

Die Buy-And-Hold Strategie eignet sich insbesondere für Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont. Privatinvestoren, die nach dieser Investmentstrategie handeln, kaufen Aktien, ETFs oder Wertpapiere und belassen sie anschließend für lange Zeit im Depot. Das Portfolio wird bei dieser Strategie lediglich regelmäßig auf seine Zusammensetzung geprüft. Das bedeutet, dass Investoren, die nach Buy-And-Hold agieren, Disziplin benötigen, sodass sie auch bei Schwankungen des Kurswertes ihre Aktien nicht zu früh verkaufen. Diese Strategie ist besonders gut für langfristig orientierte Anleger geeignet, zum Beispiel zur Altersvorsorge.

Greift die Anlagestrategie? Die Performance des Portfolios überwachen

Die langfristige und konsequente Verfolgung der gewählten Anlagestrategie ist entscheidend für den Erfolg einer Geldanlage. Allerdings sollten Investoren die Performance ihres Portfolios regelmäßig überprüfen. Im Hinblick darauf kann es auch nötig sein, bestimmte Anlagen abzustoßen, wenn diese über einen langen Zeitraum hinweg hinter den realistischen Erwartungen zurückgeblieben sein sollten.
Anleger sollten allerdings beachten, dass häufiges Umschichten im Portfolio in vielen Fällen der Rendite schadet

Tipp

Unter dem Begriff Umschichten versteht man im Zusammenhang mit Investments, das Verlagern des angelegten Geldes in eine andere Anlage.

Durch Umschichten können Zusatzkosten, wie beispielsweise Strafzinsen oder Ausgabeaufschläge, entstehen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, der gewählten Investmentstrategie auch langfristig treu zu bleiben. Umschichtungen sollten nur vorgenommen werden, falls sich zum Beispiel das Anlageziel des Investors geändert hat oder das Kapital bald benötigt wird. Dann ist es beispielsweise ratsam, Gewinne abzusichern und spekulativere Investments aufzulösen.

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Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.