In der Zeit von Niedrigzinsen: Diese Anlagemöglichkeiten haben Sie

Anlagemöglichkeiten bei Niedrigzinsen
Das Sparbuch ist weiterhin die beliebteste Anlageform in Deutschland. Gerade in der Zeit von Niedrigzinsen stellen sich viele Anleger nun aber die Frage: “In was soll ich investieren?” Tagesgeld, Aktien, Fonds oder doch alternative Investments? Für Investoren gibt es neben dem Sparbuch zahlreiche Anlagemöglichkeiten.
Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten der Geldanlage Ihnen in der Zeit von Niedrigzinsen offen stehen, wodurch diese sich auszeichnen und für wen sich die einzelnen Anlageklassen besonders eignen.

Die verschiedenen Anlagemöglichkeiten auf einen Blick

Tagesgeld

Ständige Verfügbarkeit
1€ Mindesteinlage
Variabler Zins (derzeit unter 1% und damit nicht Inflationsdeckend)
Geringes Risiko, auch durch Einlagensicherung bis 100.000€
Kostenfreie Kontoeröffnung- und führung
Geringer Informationsbedarf und Zeitaufwand
Über Steuerfreibetrag Anwendung Kapitalertragssteuer

Festgeld

Feste Laufzeit, keine Verfügbarkeit
Ab 2.500€ Mindesteinlage
Garantierter Zins (derzeit bei 1% p.a.)
Geringes Risiko, auch durch Einlagensicherung bis 100.000€
Kostenfreie Kontoeröffnung- und führung
Geringer Informationsbedarf und Zeitaufwand
Über Steuerfreibetrag Anwendung Kapitalertragssteuer

Anleihen

Keine feste Laufzeit, handelbar
Ab ca. 100€ Mindesteinlage
Zins derzeit negativ bei – 0,35% (bei 10 Jähriger Bundesanleihe)
Nichts sicherer als Staatsanleihen
Ordergebühren, Transaktionskosten, Depotkosten
Geringer Informationsbedarf
Anwendung Kapitalertragssteuer

Aktien

Keine feste Laufzeit, jederzeit handelbar
Bereits ab unter 1€ Mindesteinlage (Penny Stocks)
Hohes Renditepotenzial, durch mögliche Kursgewinne und laufende Dividendenausschüttungen
Hohes Risiko, bis hin zu Teil- oder Totalverlust des eingesetzten Kapitals
Hohe Depotgebühren und Orderkosten
Sehr hoher Informationsbedarf und Zeitaufwand
Anwendung Kapitalertragssteuer

Investmentfonds (aktiv gemanagt)

Feste Laufzeit
Mindesteinlage ist fondsabhängig
Mittleres Renditepotenzial
Mittleres Risiko, trotzdem Teil- oder Totalverlustrisiko des eingesetzten Kapitals
Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten
Mittlerer Informationsbedarf und Zeitaufwand
Anwendung Kapitalertragssteuer

ETFs

Keine feste Laufzeit, jederzeit handelbar
Bereits unter 500€ Mindesteinlage
Hohes Renditepotenzial
Hohes Risiko, bis hin zu Teil- oder Totalverlust des eingesetzten Kapitals
Geringere Kosten als andere Fonds, aber teurer als Aktien
Hoher Informationsbedarf und Zeitaufwand
Anwendung Kapitalertragssteuer

Immobilien

Keine feste Laufzeit, aber teilweise schwer handelbar
Hohe Einstiegsbarriere durch Eigenkapitalbedarf
Mittleres bis hohes Renditepotenzial
Hohes Risiko, Teil -oder Totalverlustrisiko des eingesetzen Kapitals bis hin zu Privatinsolvenz
Sehr hohe Instandhaltungskosten, Verwaltungskosten und Kosten für Gutachten ect.
Hoher Informationsbedarf und Zeitaufwand
Steuerlich sehr komplex (abhängig von Erwerbsart)

Gold

Keine feste Laufzeit
Ab 40€ (momentaner Gramm Preis)
Keine Zinserträge oder Dividenden
Geringes Risiko, krisensicher
Lagerkosten und eventuelle Verkaufskosten
Geringer Informationsbedarf und Zeitaufwand
Keine Besteuerung (Spekulationsfrist)

Schiffsinvestments

Keine feste Laufzeit, zukünftig handelbar
Ab 1.000€ Mindesteinlage
Hohes Renditepotenzial
Hohes Risiko, bis hin zu Teil -oder Totalverlust des eingesetzten Kapitals
Gebührenfrei
Hoher Informationsbedarf und Zeitaufwand
Anwendung der Tonnagesteuer (in der Regel unter 1% auf den ausgeschütteten Gewinn)

1. Tages- und Festgeld: sichere Anlagemöglichkeiten?

Tages- und Festgeld gelten als sichere Geldanlagen. Der Grund hierfür liegt auch in der Einlagensicherung bis zu einer Anlagesumme von 100.000€. Dank dieser besteht für Anleger kein Verlustrisiko bei Insolvenz der Bank.
Allerdings können Sparer in der Zeit von Niedrigzinsen und einer Inflation in Deutschland von derzeit 1,1% (Stand: November 2019) mit diesen Anlagemöglichkeiten allein kein Vermögen aufbauen. Der Grund für die derzeit niedrigen Zinsen liegt in dem geringen Leitzins der EZB (Europäische Zentral Bank), an dem sich die Zinssätze des Tages- und Festgelds orientieren.

Tagesgeld für mehr Flexibilität

Tagesgeldkonten überzeugen insbesondere durch ihre Flexibilität. Sie besitzen keine Laufzeiten und können jederzeit gekündigt werden. Weiterhin können Anleger täglich Überweisungen von diesem Konto auf ihr Referenzkonto vornehmen und ebenfalls zu jedem Zeitpunkt über die Gesamtsumme verfügen. Besonders vorteilhaft ist die sehr geringe Mindesteinlage von 1€, die für die Eröffnung eines Tagesgeldkontos nötig ist, sodass bereits geringe Summen angelegt werden können.
Der große Nachteil dieser Geldanlage ist allerdings die Möglichkeit des variablen Zins. Das bedeutet, der Zins kann während der Laufzeit zu jeder Zeit schwanken und damit auch weiter sinken. Der derzeitige Zins für Tagesgeldanlagen liegt bei unter 1%, in manchen Fällen sogar bereits bei 0%.

Beispielrechnung für jährliche Zinsen durch ein Tagesgeldkonto

Anlagekapital: 500€
Zinssatz: 0,7%

Berechnung: (Anlagekapital x Zinssatz) / 100
Zinsen pro Jahr: (500€ x 0,7%) / 100 = 3,50€
Gesamtkapital nach 1 Jahr: 503,50€

Durch Inflation Geldwert allerdings nur: 498,02€

Vorteile

  • keine feste Laufzeit
  • jederzeit über Geld verfügen
  • Eröffnung bereits ab 1€
  • insgesamt geringes Risiko
  • Einlagensicherung bis 100.000€

Nachteile

  • variabler Zins
  • derzeitiger Zins unter 1% (in manchen Fällen sogar 0%)
  • nicht für Vermögensaufbau geeignet

Festgeld für höheren Zins im Vergleich zu Tagesgeld

Eine Festgeldanlage besitzt, im Gegensatz zu einem Tagesgeldkonto, eine festgelegte Laufzeit. Diese kann zwischen einem Monat und zehn Jahren liegen. Während dieser Laufzeit können Anleger in der Regel nicht über ihr Geld verfügen und die Anlagesumme auch nicht erhöhen. Anleger müssen sich also vor einer Festgeldanlage bewusst sein, wie lange sie auf ihre Anlagesumme verzichten können.
Die Mindesteinlage beträgt bei Festgeld in der Regel 2.500€. Anleger müssen also bereits über einen gewissen Geldbetrag verfügen, um anlegen zu können.
Der Vorteil eines Festgeldkontos ist hierbei der garantierte Zins. Anlegern bietet dies mehr Sicherheit, da sie genau wissen mit welchem Zinssatz Ihre Einlage während der Laufzeit verzinst wird. Dabei ist der festgelegte Zins meist höher als der bei Tagesgeldanlagen. Derzeit beträgt dieser Zins allerdings häufig nicht mehr als 1% pro Jahr.

Bei Festgeld gilt in der Regel: Je länger die Laufzeit, desto höher der Zins.

Beispielrechnung für jährliche Zinsen durch ein Festgeldkonto

Anlagekapital: 2.500€
Zinssatz: 1,0%
Anlagehorizont: 5 Jahre

Berechnung: (Anlagekapital x Zinssatz) / 100 x Anlagehorizont
Zinsen nach 5 Jahren Laufzeit: (2.500€ x 1,0%) / 100 x 5 = 125€
Gesamtkapital nach 5 Jahren: 2.625€

Durch Inflation Geldwert allerdings nur: 2.485,27€

Vorteile

  • garantierter Zins über komplette Laufzeit
  • höherer Zins als bei Tagesgeld (derzeit bei 1% p.a.)
  • Einlagensicherung bis 100.000€
Nachteile

  • kein Zugriff auf Anlage während Laufzeit
  • Betrag kann in der Regel nicht erhöht werden
  • Mindesteinlage von 2.500€

Für wen eignet sich eine Anlage in Tages- und Festgeld?

Ein Tagesgeldkonto eignet sich für Anleger, die nicht genau wissen, wie lange Sie auf ihre Anlagesumme verzichten können. Dank der Flexibilität einer Tagesgeldanlage können Investoren auch auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren und verfügen stets über liquide Mittel.
Ein Festgeldkonto eignet sich für Investoren, die genau wissen, wie lange sie auf Ihr Geld verzichten können. Außerdem eignet sich diese Anlagemöglichkeit wenn Anleger beispielsweise auf einen bestimmten Betrag zur Erfüllung eines Wunsches sparen möchten. Diesen Betrag können Anleger dank des garantierten Zins bereits im Vorfeld berechnen, daher wissen sie genau, über welche Rendite sie nach der festgelegten Laufzeit verfügen können.
Tages- und Festgeldkonten eignen sich allerdings nicht für den Vermögensaufbau, sondern lediglich der Sicherung des Geldes.

2. Wertpapiere als chancenreiche Anlagemöglichkeit

Da sich Tages- und Festgeld nicht für den Vermögensaufbau eignen, müssen Anleger, die dieses Ziel verfolgen, auch in risikoreichere Anlageklassen investieren. Eine Anlagemöglichkeit für diese Assetklassen bilden Wertpapiere.
Das bekannteste Wertpapier ist hierbei wahrscheinlich die Aktie. Aber auch Anleihen zählen zur Anlageklasse der Wertpapiere, die sich durch ihre Handelbarkeit auszeichnet. Wertpapiere können demnach jederzeit auch wieder verkauft werden.
Grundsätzlich unterscheidet man Wertpapiere folgendermaßen:

Festverzinsliche Wertpapiere: Anlagen mit überschaubarem Risiko

Festverzinsliche Wertpapiere besitzen, wie ihr Name vermuten lässt, einen festen Zinssatz während ihrer Laufzeit. Dadurch können Anleger ihre Einnahmen besser planen. Allerdings bedingt diese höhere Sicherheit auch geringere Renditen als bei einem Investment mit höherem Risiko.
Die bekanntesten festverzinslichen Wertpapiere sind Anleihen.

Anleihen

Durch den Erwerb von Anleihen, auch Bonds genannt, stellen Anleger einem Schuldner (Emittenten) Fremdkapital für eine vereinbarte Laufzeit zur Verfügung. Der Emittent verpflichtet sich im Rahmen des Vertrages zur Rückzahlung des vom Anleger eingesetzten Kapitals und eines vereinbarten Zinses.
Da Anleger in Anleihen als Fremdkapitalgeber fungieren, werden sie, im Gegensatz zu Investoren in Aktien, bei Zahlungsschwierigkeiten des Emittenten vorrangig behandelt.
Die sichersten Anleihen sind hierbei Staatsanleihen. In diesem Fall ist der Schuldner der Staat. Allerdings ist der derzeitige Zins für die 10 Jährige Bundesanleihe negativ (-0,35%). Diese Anlageform eignet sich also nur zum sogenannten “parken” des Geldes und eignet sich nicht für den Vermögensaufbau.

Vorteile

  • besonders geringes Risiko
  • handelbar, auch vor Laufzeitende
  • geringe Mindesteinlage von 100€

Nachteile

  • keine Einlagensicherung
  • derzeitige Negativzinsen von -0,35% (10 Jährige Bundesanleihe)

Für wen eignen sich festverzinsliche Wertpapiere?

Mit Staatsanleihen erhalten Anleger dabei die sicherste Geldanlage, allerdings auch zu einem Negativzins. Für den Aufbau des Vermögens eignet sich diese Anlageklasse demnach nicht.
Mit anderen Formen der Anleihen wie zum Beispiel Unternehmensanleihen können Investoren höhere Renditen, besonders im Vergleich zu Tages- und Festgeld. Allerdings gehen Sie damit auch ein höheres Risiko ein.

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Variabel verzinsliche Wertpapiere für höhere Renditechancen

Bei dieser Form der Wertpapiere erhalten Anleger Renditen in Abhängigkeit von den Kursentwicklungen. Das bedeutet, die Renditen können unterschiedlich hoch oder niedrig ausfallen. Diese Anlagemöglichkeit ist somit besonders chancen- aber auch risikoreich. Neben den Kursgewinnen können Anleger zusätzlich von Zinserträgen in Form von Dividenden profitieren. Die bekanntesten variabel verzinslichen Wertpapiere sind hierbei Aktien und Fonds.

Interessant

Die Kursentwicklungen an der Börse sind von verschiedenen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel:

  • Innovationskraft
  • Wettbewerb
  • Konjunktur

In Aktien investieren: große Chancen und hohes Risiko

Aktien sind die wohl bekanntesten Wertpapiere. Ein Investor erhält mit dem Erwerb einer Aktie über die Börse einen Anteil an einem Unternehmen und wird damit Teilhaber der Aktiengesellschaft. Auf Grund dessen erhalten Aktionäre einmal im Jahr entsprechend Ihres Anteils Stimm- und Mitspracherecht auf der Hauptversammlung (Aktionärsversammlung).
Der Erwerb und der Verkauf von Aktien erfolgt dabei gegen eine Provision über die Hausbank oder einen Onlinebroker.
Aktionäre werden hierbei in Form von Kurssteigerungen und Dividenden an den Unternehmensgewinnen beteiligt. Allerdings besteht bei dem Investment in Aktien auch das Risiko eines Teil- oder Totalverlustes des eingesetzten Kapitals.

Vorteile

  • hohe Renditechancen
  • von möglichen Kurssteigerungen und Dividenden profitieren
  • Stimmrecht auf der Hauptversammlung

Nachteile

  • viel Informationsbedarf und ständige Kontrolle nötig
  • hohes Risiko, Teil- oder Totalverlust des eingesetzten Kapitals

Für wen sind Aktien geeignet?

Mit der Investition in Aktien können Anleger bei positivem Kursverlauf hohe Renditen erzielen und damit ihr Vermögen aufbauen. Allerdings müssen sich insbesondere Einsteiger sehr genau informieren, bevor sie in Aktien investieren. Dabei ist es besonders wichtig, dass Anleger nicht ihr gesamtes Vermögen in einer Aktie anlegen. Viel mehr sollten sie ihr Kapital auf mehrere Anlageklassen verteilen (Diversifikation) und auch einen Teil in sichere Assets wie Tages- und Festgeld legen, sodass sie bei einem Verlust des Aktienkapitals nicht ihr gesamtes Vermögen verlieren.

Geld in Fonds anlegen

In einen aktiv gemanagten Fond zahlen mehrere Anleger ihr Kapital ein, sodass jedem von ihnen ein Anteil an dem Gesamtvermögen des Fonds zuteil wird. Hierbei besitzen die unterschiedlichen Fonds verschiedene Investmentstrategien. Anleger können demnach je nach Risikobereitschaft einen entsprechenden Fonds auswählen.
Besonders hierbei ist, dass der jeweilige Fondsmanager versucht, das bereitgestellte Vermögen gewinnbringend anzulegen. Dieser geht dabei nach der festgelegten Strategie des Fonds vor. Fondsmanager arbeiten nach zuvor festgeschriebenen Anlagegrenzen, bis zu denen sie das Fondsvermögen in verschiedene Wertpapiere investieren können.
Beispiele für Fonds sind Aktienfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds und Rohstofffonds. Eine Besonderheit der Fonds stellen ETFs dar.

Vorteile

  • geringer Zeitaufwand für Anleger
  • Chance, von Fachwissen und Erfahrung Fondsmanager zu profitieren
  • auch mit kleinen Beträgen breitere Streuung möglich

Nachteile

  • mitunter hohe Abschluss- und Verwaltungskosten
  • von Investitionsgeschick des Fondsmanagers abhängig
  • geringere Flexibilität, da bestimmte Laufzeit
  • Teil- oder Totalverlustrisiko des eingesetzten Kapitals

ETFs – die Besonderen Fonds

ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Fonds. Mit ihnen werden unterschiedliche Aktienindizes nachgebildet. Das bedeutet, Aktien und Anleihen werden in ETFs nach bestimmten Kriterien zusammengefasst. Der Kurswert wird während der Handelszeit ständig, auf der Grundlage des Indexes, neu berechnet. Da bei ETFs der Eingriff von Fondsmanager nur bedingt nötig ist, sind auch die Verwaltungskosten für dieses Asset geringer.

Vorteile

  • geringere Abschluss- und Verwaltungsgebühren als andere Fonds
  • bessere Risikostreuung, da Portfolio aus verschiedenen Unternehmen und Branchen
  • Flexibilität, da Verkauf jederzeit möglich

Nachteile

  • hohe Wertsteigerung, wie bei Einzelaktien, nicht möglich
  • keine herausragende Rendite möglich
  • laufende jährliche Gebühr an Herausgeber ETF
  • Teil- und Totalverlustrisiko des eingesetzten Kapitals

Für wen eignen sich Fonds und ETFs?

Fonds eignen sich insbesondere für Personen, denen die Zeit fehlt sich intensiv mit Ihrer Geldanlage zu befassen, dies übernimmt der Fondsmanager. Allerdings müssen Anleger dieser Assetklasse mitunter hohe Abschluss- und Verwaltungskosten tragen, die die Rendite deutlich schmälern können.
ETFs hingegen erfordern mehr Aktivität und Informationsbeschaffung auf Seiten des Anlegers, überzeugen aber durch geringere Verwaltungskosten und mehr Flexibilität, im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds.

3. In Immobilien investieren: die wertbeständige Anlagemöglichkeit

Auch in Immobilien können Anleger in der Zeit von Niedrigzinsen investieren. Dabei bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Zum einen der Direkterwerb einer Immobilie: Bei diesem können Anleger über einen langen Zeitraum von Mieteinnahmen profitieren, müssen aber auch mitunter hohe Instandhaltungskosten tragen und viel Zeit in die Verwaltung investieren. Die größte Hürde für Privatanleger ist hierbei das benötigte Eigenkapital. Durch dieses hohe Mindestkapital wird der Immobilienmarkt für Kleininvestoren schwer zugänglich. Hinzu kommt der hohe Informationsbedarf, da vor dem Erwerb verfügbare Immobilien recherchiert und umfassend geprüft werden müssen.
Weitere Möglichkeiten sind der Erwerb von Immobilienwertpapieren, Fondsanteilen oder dem Crowdinvesting in Immobilien: Dabei weisen Immobilienaktien, -fonds und -anleihen die gleichen Merkmale wie andere Aktien, Fonds und Anleihen auf.

Vorteile

  • krisensicher und wertbeständig
  • Bedarf an Wohnraum steigt
  • von Mieteinnahmen profitieren

Nachteile

  • hohes Mindestkapital erforderlich (durch benötigtes Eigenkapital)
  • zeitaufwendig
  • Instandhaltungskosten
  • nur langfristige Investition
  • Mietausfälle

Für wen eignen sich Immobilieninvestments?

Insbesondere der Direkterwerb von Immobilien eignet sich nur für Personen, die eine langfristige Investition planen und auch bereit sind, viel Zeit in die Instandhaltung einer Immobilie zu investieren. Weiterhin benötigen Anleger bereits eine hohe Summe an Eigenkapital, ansonsten können Sie sich nicht an diesem Markt beteiligen. Immobilien sind in Verbindung mit anderen kurzfristigen Anlageklassen besonders sinnvoll, sodass Anleger stets über liquide Mittel verfügen.

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4. Alternative Investments als attraktive Geldanlage

Zu alternativen Investments zählen zahlreiche Anlagen. Zwei der bekanntesten sind dabei die Geldanlage in Gold oder in andere Edelmetalle sowie Schiffsinvestitionen.

Geld in Gold anlegen – die krisensichere Anlagemöglichkeit

Anleger können Gold in physischer Form, in Form von börsengehandelten Produkte oder als Anteile an Goldminen-Unternehmen erwerben. Gold gilt hierbei als besonders krisensicher, allerdings können Anleger nicht von Zinsen oder Dividenden profitieren sondern nur von steigenden Kurswerten.

Vorteile

  • krisensicher (“Notwährung” wenn Geld an Wert verliert)
  • kein hoher Informationsbedarf

Nachteile

  • keine Zinsen oder Dividenden
  • Lagerkosten für die Bank und eventuelle Verkaufskosten

Für wen eignen sich Goldanlagen?

Goldanlagen sind besonders krisensicher und benötigen nur geringen Informationsbedarf, wodurch sie sich auch für Anfänger eignen. Da Anleger allerdings mit dieser Assetklasse nicht von Zinsen oder Dividenden profitieren können, eignet sich Gold als alleinige Geldanlage nicht für den Vermögensaufbau. Für diesen müssten Goldanlagen mit anderen, chancenreicheren Anlageklassen kombiniert werden.

Schiffsinvestments als chancenreiche Anlagemöglichkeit

Mit einer Investition in Schiffe beteiligen sich Anleger beispielsweise an einem Neubau oder den Ankauf eines oder mehrerer Schiffe. Der Erfolg von Schiffsinvestitionen ist dabei von der Weltwirtschaft abhängig. Wenn sich diese im Aufschwung befindet, steigt auch die Nachfrage nach zu transportierenden Gütern und die Schifffahrt profitiert von steigenden Charterraten.

Interessant

Die Schifffahrt befindet sich derzeit in einer aussichtsreichen Phase.
Für die kommenden Jahre prognostizieren Experten eine steigende Nachfrage in der Transportschifffahrt. Darum bietet sich für interessierte Anleger gerade jetzt ein günstiger Investitionszeitpunkt.
Schiffsinvestments können in Form von Schiffsbeteiligungen (Schiffsfonds) oder Schiffswertpapieren erfolgen.

Schiffsfonds und Schiffswertpapiere im Vergleich

Schiffsfonds weisen hierbei die gleichen Merkmale wie andere Fonds auf. Sie sind allerdings nicht für Privatinvestoren geeignet, da die Mindesteinlagen häufig 20.000€ betragen. Außerdem fallen bei der Investition in Schiffsfonds meist hohe Verwaltungs- und Verwahrungskosten an. Der Grund ist der analoge Investitionsprozess.
Schiffswertpapiere sind in dieser Hinsicht interessanter für Privatanleger. Bei ihnen sind bereits geringe Mindesteinlagen von 1.000€ möglich. Zusätzlich entfallen durch den digitalen Zeichnungsprozess Kosten für Provision oder Investitionsgebühren. Schiffswertpapiere sind innovativ, denn Anleger werden Miteigentümer eines Schiffes und können so direkt von laufenden Ausschüttungen und einer möglichen Wertsteigerung der Schiffe profitieren.

Einzigartig - das gibt es nur in der Schifffahrt:

Ein großer Vorteil von Schiffsinvestitionen ist die Tonnagesteuer. Diese ist ein Privileg der deutschen Handelsschifffahrt und sorgt für eine geringere Steuerlast für Anleger im Vergleich zur Kapitalertragssteuer, die beispielsweise auf die Erträge aus Aktien oder Fonds Anwendung findet. Die Tonnagesteuer liegt in der Regel unter 1% auf den ausgeschütteten Gewinn. Zum Vergleich: Die Kapitalertragssteuer beträgt 25%, zuzüglich 5,5% Solidaritätssteuer und eventuell Kirchensteuer.

Vorteile

  • provisionsfrei, keine Depotgebühren
  • gerine Mindesteinlagen
  • Tonnagesteuervorteil
  • von laufenden Ausschüttungen und möglicher Wertsteigerung profitieren

Nachteile

  • hoher Informationsbedarf
  • Teil -und Totalverlustrisiko des eingesetzten Kapitals

Für wen eignen sich Schiffsinvestitionen?

Schiffsinvestitionen in Form von digitalen Schiffswertpapieren eignen sich gut als Ergänzung zu weniger risikoreichen Anlageklassen wie Tages- und Festgeld oder Goldanlagen. Außerdem sind sie ideal als Erweiterung des Portfolios, da sie eine zusätzliche chancenreiche Anlagemöglichkeit sind. Der große Vorteil, von dem Investoren hierbei profitieren können, ist die Tonnagebesteuerung. Diese findet nur in der Schifffahrt Anwendung und verringert die Steuerlast für den Anleger erheblich.

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5. Fazit: Mit der Kombination verschiedener Anlagemöglichkeiten zum Vermögensaufbau

In der Zeit von Niedrigzinsen eignen sich Tages- und Festgeld nicht für den Vermögensaufbau. Vielmehr sollten diese beiden Anlageklassen mit chancenreicheren Anlagemöglichkeiten wie Aktien, Fonds oder Schiffsinvestments kombiniert werden. Auf diese Weise erhalten Anleger die Chance, ein Vermögen aufzubauen und streuen gleichzeitig das Risiko auf mehrere Assetklassen.
Tages- und Festgeld sollten allerdings nicht gänzlich vernachlässigt werden. Sie dienen, zusammen mit Gold, als Sicherheit, sollte es zu Verlusten bei risikoreicheren Investments kommen.

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In folgendem Artikel haben wir alle wichtigen Informationen zur Diversifikation und dem Aufbau Ihres Portfolios zusammengetragen.

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Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.
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