Geld anlegen als Anfänger: auf das Anlageziel kommt es an

Anlegen als Anfänger

Der Einstieg in das Investieren ist häufig der schwierigste Teil einer Geldanlage. Insbesondere als Anfänger weiß man vor lauter Anlagemöglichkeiten gar nicht an welcher Stelle man beginnen sollte.
Die zentrale Frage, die sich Einsteiger vor ihrer Geldanlage beantworten müssen ist: “Mit welchem Anlageziel investiere ich?”. Das Anlageziel bildet die Grundlage für jede Investment-Entscheidung, denn nur mit einem klarem Ziel können die weiteren Schritte bis hin zur Investition gegangen werden.
Im Folgenden erfahren Sie, welche Geldanlage zu welchen Anlagezielen passt und welche Schritte Anleger in der Entscheidung für eine Geldanlage unterstützen.

Mit dieser Schrittfolge auch als Einsteiger souverän investieren

1. Anlageziele definieren

Egal, ob für Anfänger oder erfahrenen Investor, die Basis für die Wahl der passenden Geldanlage bildet stets die Zielsetzung. Anleger sollten sich bewusst sein, mit welchem Zweck sie investieren, denn nicht jede Geldanlage eignet sich für jede Zielstellung.

Beispiele für verschiedene Anlageziele sind folgende:

  • in den Vermögensaufbau investieren
  • Für Kinder sparen
  • Für das Alter vorsorgen
  • Einen Traum erfüllen

Mit dem Ziel des Vermögensaufbaus investieren

Der Vermögensaufbau ist für viele ein erstrebenswertes Ziel. Egal, ob als Einsteiger mit wenig Kapital oder als erfahrener Investor, wer Vermögen aufbauen möchten, sollte auch in Geldanlagen mit hohen Renditeaussichten investieren. Hierbei müssen sich Anfänger besonders gut informieren, da hohe Renditechancen auch stets mit höherem Risiko einhergehen. Weiterhin sind für den Vermögensaufbau eher langfristige Anlageklassen geeignet.

Diese Anlageklassen eignen sich für den Vermögensaufbau:

  • Aktien
  • Fonds
  • ETFs
  • Schiffsinvestments

Das Anlageziel “für Kinder sparen”

Sie möchten für Ihre Kinder sparen, damit diese ihren Führerschein machen können oder ein Startkapital für die erste eigene Wohnung haben?
Bei diesem Anlageziel kommt es Anlegern insbesondere auf eine sichere und langfristige Geldanlage an, bei der sich im besten Fall der angelegte Betrag stetig erhöht. 

In der Zeit von Niedrigzinsen ist eine sichere und gleichzeitig lukrative Geldanlage allerdings schwer zu finden. Tages- und Festgeld eignen sich auf Grund ihres geringen Risikos, allerdings erhalten Anleger bei Tagesgeld derzeit weit unter 1% Zinsen und bei Festgeld lediglich höchstens 1% Zinsen pro Jahr. Ähnliches gilt für Sparbücher. Bei Eltern beliebt sind außerdem Lebensversicherungen, die sich aber vor allem durch eine hohe Gebührenstruktur auszeichnen. Anleger sollten also in Betracht ziehen, auch in etwas risikoreichere Anlageklassen, wie beispielsweise Wertpapiere, zu investieren. Dadurch können etwas höhere Renditen erzielt werden.

Diese Anlageklassen eignen sich für das Sparen für Kinder:

  • Tages- und Festgeld
  • Sparbuch
  • Anleihen
  • ETF- und Fondsparpläne
  • Lebensversicherungen

Altersvorsorge als Anlageziel

Für viele ältere Menschen reicht die gesetzliche Rente nicht für einen angemessenen Lebensstandard. Es ist also besonders sinnvoll, frühzeitig auch für das Alter vorzusorgen. Hierbei kommt es darauf an, wie risikobereit der Anleger ist. Bei niedriger Risikobereitschaft eignet sich eine Festgeldanlage über einen langen Zeitraum. Der Nachteil sind allerdings die derzeit niedrigen Zinsen von höchstens 1% pro Jahr.
Für Investoren mit einer höheren Risikobereitschaft ergeben sich auch attraktivere Renditechancen. Mit der richtigen Balance zwischen sicheren und chancenreicheren Anlageklassen können auch Anfänger ideal für ihre Rente vorsorgen.

Interessant

Eine beliebte Faustregel besagt, dass 100 minus das Alter des Anlegers den Anteil in Prozent ergibt, der in risiko- und chancenreichere Anlagen investiert werden sollte: So sollte zum Beispiel der Wertpapieranteil eines 40 Jährigen ca. 60% betragen.

Diese Anlageklassen eignen sich für die Altersvorsorge:

  • Festgeld (bei geringer Risikobereitschaft)
  • Gold (bei geringer Risikobereitschaft)
  • Anleihen 
  • Aktien
  • Fonds
  • ETFs
  • Schiffsinvestments

Traumerfüllung als Anlageziel

Anleger, die sich mit ihrer Geldanlage einen Traum erfüllen möchten, wie zum Beispiel den Kauf eines neuen Autos oder eine bestimmte Reise, haben meist einen kürzeren Anlagehorizont. Das benötigte Geld sollte also zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar sein und wenn möglich während der Laufzeit auch etwas steigen.

Diese Anlageklassen eignen sich für die Traumerfüllung:

  • Tagesgeld
  • Festgeld (mit geeigneter Laufzeit)
  • Anleihen
  • Fonds
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Achtung

Besonders mutige Anleger, die sich zeitnah einen Traum erfüllen möchten und dafür schnell viel Kapital benötigen, gibt es Derivate. Allerdings sind diese Geldanlagen mit einem extrem hohen Risiko verbunden und benötigen umfassende Informationsbeschaffung.

2. Den Anlagehorizont bestimmen

Nach der Bestimmung des Anlageziels sollten Investoren bedenken, mit welchem Anlagehorizont sie investieren möchten. In den meisten Fällen gilt: Je länger der Anlagezeitraum, desto höher die Renditechancen. Allerdings richtet sich der Anlagehorizont vor allem nach Ihrem Anlageziel.

Kurzfristiger Anlagehorizont

Möchten sich Anleger beispielsweise einen Traum erfüllen, eignet sich eine kurzfristige Geldanlage wie zum Beispiel in Tages- und Festgeld. Als kurze Anlagezeiträume gelten dabei Assets mit einer Laufzeit von unter einem Jahr.

Mittel- und langfristiger Anlagehorizont

Möchten Investoren aber für ihre Kinder sparen, für ihr Alter vorsorgen oder langfristig Vermögen aufbauen, so eignen sich insbesondere Anlageklassen mit längerer oder mittelfristiger Laufzeit. Von einer Investition mit mittelfristigem Anlagehorizont spricht man, wenn die Laufzeit bis zu sechs Jahre beträgt, jede Anlage, die länger als sechs Jahre läuft gilt als langfristige Geldanlage.

3. Anlagebetrag überdenken

Nachdem Anleger sich über Ihr Anlageziel und Ihren Anlagehorizont bewusst sind, müssen sie nun Ihren Anlagebetrag wählen. In vielen Fällen gelten für die einzelnen Anlageklassen bestimmte Mindestanlagesummen, über die Investoren sich im Vorfeld jeder Investition informieren müssen. Außerdem bestimmt die Anlagesumme in manchen Fällen auch die Konditionen der Geldanlage.

Tipp

Anleger sollten stets auch einen Teil Ihres Kapitals in sichere Anlageklassen wie Tages- und Festgeld an, sodass Sie auch bei Verlusten stets über liquide Mittel verfügen.

Kosten, Gebühren und Steuern können die Rendite erheblich beeinflussen

Insbesondere als Einsteiger müssen Anleger genau darauf achten, welche Kosten bei den einzelnen Anlagemöglichkeiten anfallen, denn hohe Gebühren und Verwaltungskosten können Ihre Rendite deutlich verringern. Weiterhin eignen sich Online-Depots meist besser im Vergleich zu Depots bei herkömmlichen Banken, da bei ihnen häufig geringere Kosten anfallen.

Zu eventuellen Gebühren und Kosten kommt auch die Besteuerung. Für alle Kapitalerträge findet hierbei die Abgeltungssteuer (Kapitalertragssteuer) Anwendung. Bis auf eine Ausnahme: Schiffsinvestments. Für diese gilt die Tonnagesteuer, die in der Regel unter 1% des ausgeschütteten Gewinns beträgt. Anleger dieser Investments können also von einer deutlich niedrigeren Steuerlast profitieren. Zum Vergleich: Die Kapitalertragssteuer beträgt hierbei 25%, zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5% und in einigen Fällen die Kirchensteuer.

Investoren sollten sich also stets genau über mögliche Kosten, Gebühren und die Besteuerung der einzelnen Anlagen informieren.

4. Renditewunsch festlegen

Nachdem Investoren ihren Anlagebetrag festgelegt haben, sollten sie auch über ihren Renditewunsch nachdenken. Der Grund hierfür ist, dass nun noch einmal deutlich wird, mit welchen Assets die Anleger Ihr Ziel auch erfüllen können und welche Laufzeit die Anlagen besitzen sollten. Den Vermögenszuwachs können Anleger dabei nämlich mit Hilfe des Anlage- und Endbetrags sowie dem Anlagezeitraum errechnen.

Tipp

Anleger sollten bei Tages- und Festgeldkonten auf die derzeitige Inflationsrate von 1,1% achten. Durch diese verringert sich der Geldwert des Kapitals und Investoren können mitunter sogar Geld verlieren.

5. Anleger-Typ ermitteln

Eine Investition ist auch stets von der Risikobereitschaft abhängig. Daher sollten Investoren sich darüber Gedanken machen, welcher Anleger-Typ Sie sind. Für viele Anleger steht die Rendite im Mittelpunkt, andere möchten lieber sicher anlegen und nehmen dafür auch eine geringe Rendite in Kauf. Je nachdem welcher Anleger-Typ Sie sind, sind bestimmte Anlagemöglichkeiten mehr oder weniger für Sie geeignet. In Aktien sollten beispielsweise vor allem Anleger investieren, die auch zu einem höheren Risiko bereit sind. Tages- und Festgeld hingegen eignen sich besonders für vorsichtige Investoren, bei denen ein geringes Risiko im Vordergrund steht.

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6. Risiko auf mehrere Anlageklassen streuen

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Für jedes Investment gilt das magische Dreieck. Die perfekte Geldanlage würde Sicherheit, Liquidität und eine hohe Rendite bieten. In der Realität gibt es eine solche ideale Anlagemöglichkeit allerdings nicht. Die meisten Assets erfüllen zwei Eckpfeiler des Dreiecks. Tagesgeldkonten beispielsweise bieten hohe Sicherheit und ständige Verfügbarkeit des Geldes (Liquidität), allerdings bieten Sie nur sehr geringe Renditechancen.

Damit Anleger trotzdem von hohen Renditen, einer gewissen Sicherheit und Liquidierbarkeit profitieren können, ist der Aufbau eines Portfolios optimal. In diesem können verschiedene Anlageklassen, die jeweils zwei Pfeiler des magischen Dreiecks abdecken, so kombiniert werden, dass eine gute Mischung zwischen Renditechancen, Verfügbarkeit des Geldes und gewisser Sicherheit besteht.

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In folgendem Artikel haben wir detaillierte Informationen zu diesem Thema gesammelt und verraten Ihnen, welche Anlageklassen in keinem Portfolio fehlen dürfen.

Mehr über den Portfolioaufbau erfahren >

7. Investments weiterhin im Blick behalten

Nachdem sich Anleger auf Basis ihres Anlageziels, ihrem Anlagehorizont sowie ihrem Anlagebetrag und ihrer Wunschrendite für eine Anlageklasse entschieden haben, ist es besonders wichtig, dass sie Ihre Geldanlagen im Blick behalten.

Auf diese Weise können Investoren die Entwicklungen stets verfolgen und mögliche Maßnahmen überdenken.

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Sie möchten mehr über die verschiedenen Anlagemöglichkeiten erfahren?

In diesem Blogartikel finden Sie umfassende Informationen zu den einzelnen Anlageklassen.

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Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.
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