Geld anlegen und Zinsen kassieren: Alternativen zu Sparbuch und Tagesgeld

Alternativen zum Sparbuch

Die alte Erfolgsformel „Geld anlegen, Zinsen kassieren“ funktioniert bei klassischen Spareinlagen wie Sparbuch sowie Tages- und Festgeld schon lange nicht mehr. Die Erträge aus diesen konservativen Investments sind weit unter die Inflationsrate abgerutscht. Mit fatalen Folgen für Sparer: Sie werden schleichend enteignet. Und ein Ende des Zinstiefs ist nicht absehbar.

Privatinvestoren müssen daher umdenken und künftig verstärkt auf Geldanlagen setzen, die Zinsen und echte Rendite bringen. Wir stellen interessante und chancenreiche Alternativen zu den Anlageklassikern vor.

Geld anlegen: Hohe Zinsen oder Sicherheit?

Investoren sind grundsätzlich in der Zwickmühle: Wer weiter ausschließlich auf sichere Sparprodukte wie Tagesgeld setzt, erhält kaum Zinsen für die Geldanlage und kann nicht einmal die Kaufkraft seines Vermögens erhalten. Die Teuerungsrate zehrt das sicher angelegte Ersparte nach und nach auf.

Andererseits bedeuten höhere Renditechancen auch ein höheres Verlustrisiko für den Investor. Darum ist bei einer Umschichtung des Portfolios hin zu zinsstärkeren Anlagen darauf zu achten, das Geld möglichst breit auf Anlageklassen mit unterschiedlichem Risiko zu streuen.

Diese Geldanlagen bringen Zinsen

Je nach Anlagehorizont, Sparziel und individueller Risikobereitschaft kommen folgende Anlageprodukte als chancenreiche Alternative zu klassischen Spareinlagen infrage:

  • Crowdinvesting: Schwarmfinanzierung von Start-ups und interessanten Projekten etablierter Unternehmen. Die Renditechance liegt bei etwa 4 Prozent pro Jahr und höher.
  • Beteiligungen an Schiffen, Containern, Grundstücken und anderen Sachwerten: Hier profitieren Privatinvestoren von den Gewinnen, die Unternehmen mit Sachwerten erzielen. Die Renditen der Schiffswertpapiere, wie sie beispielsweise die Hamburger New Shore Invest vermittelt, liegen je nach Projekt prognostiziert zwischen 5 und 10 Prozent.
  • Staatsanleihen: Die Rendite hängt von der Laufzeit und Kreditwürdigkeit des Emittenten ab. Beispiel: Der Ertrag italienischer Schuldverschreibungen mit zehn Jahren Laufzeit schwankt derzeit zwischen 2,7 und 3,2 Prozent Zinsen pro Jahr.
  • Unternehmensanleihen: Auch hier hängt die Rendite von Laufzeit und Bonität des Unternehmens ab und beträgt je nach Emission um die 5 Prozent.
  • Fonds-Investments: Zur Auswahl stehen beispielsweise Aktien-, Renten- und Immobilienfonds.
  • ETFs: Die Abkürzung steht für Exchange-Traded Funds. Gemeint sind Aktienfonds, die an einen Index wie den DAX oder MSCI World gekoppelt sind, also nicht aktiv gemanagt werden. Das spart Kosten.

Liquiditätsreserve nicht vergessen!

Fakt ist: Wer Geld anlegen und hohe Zinsen erzielen will, nimmt tendenziell auch ein höheres Verlustrisiko in Kauf. Dafür winkt die Aussicht auf eine deutlich höhere Rendite. Eine Liquiditätsreserve in Höhe von zwei bis drei Monatsgehältern sollten Privatanleger allerdings schnell verfügbar „parken“, raten Verbraucherschützer. Dafür eignet sich beispielsweise ein Tagesgeld- oder auch das Girokonto, da beim Notgroschen die Rendite zweitrangig ist.

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Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.