Geld in Fonds anlegen: Was Anleger beim Kauf von Fondsanteilen wissen müssen

Langfristige Geldanlage
Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase erzielen Investoren mit klassischen Geldanlagen wie Tages- oder Festgeld derzeit lediglich geringe Renditen. Daher sind viele Anleger auf der Suche nach renditestarken Geldanlagen, wie zum Beispiel Aktien oder sonstige Wertpapiere. Anleger können aber auch in Fonds investieren. Erfahren Sie in diesem Beitrag alles zum Thema Fonds und welche Vor- und Nachteile diese Geldanlage für Investoren bietet.

Was sind Fonds?

Fonds werden von Investmentgesellschaften oder Banken aufgelegt, die das Geld verschiedener Anleger bündeln und möglichst gewinnbringend in einzelne Wertpapiere (z.B. Aktien oder Anleihen) oder Immobilien investieren. Die Fonds erzielen Erträge entweder durch Kursgewinne und/oder Dividenden von Aktien oder durch Zinsen von Anleihen und anderen zinsbringenden Wertpapiervermögen.

Die Idee hinter Fonds ist, dass Anleger entweder mit ihrer Investition in unterschiedliche Wertpapiere ihr Verlustrisiko streuen, um die temporären Wertschwankungen, die jede Geldanlage unterliegt, auszugleichen oder in einen Sachwert (z.B. Immobilie) investieren können, dessen Einstiegshürde für den einzelnen Anleger zu hoch ist. Viele Fonds können erst über einen Anlagehorizont von 10 – 15 Jahren attraktive Renditen erzielen, daher zählt diese Anlageklasse zu den langfristigen Geldanlagen.

Offene Fonds werden von einer Investmentgesellschaft als Sondervermögen verwaltet. Sondervermögen bedeutet, dass die Kapitalgesellschaft das Fondsvermögen getrennt vom Vermögen der Investmentgesellschaft für die Anleger verwaltet. Rechtlich gesehen, gehört das Fondsvermögen den Anlegern und nicht der Fondsgesellschaft, so dass für den Anleger kein Insolvenzrisiko der Investmentgesellschaft besteht.

Geldanlage in Fonds: Die verschiedenen Fondsarten im Vergleich

Die verschiedenen Fonds können sich hinsichtlich ihres Anlagehorizonts oder auch hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit unterscheiden. So gibt es zum Beispiel offene und geschlossene sowie aktive und passive Fonds. Lesen Sie nachfolgend, worin sich die einzelnen Fondstypen im Detail unterscheiden.

Offene Fonds

Offene Fonds können mit einer unbegrenzten Laufzeit an der Börse gehandelt. Anleger können bei solchen offenen Fonds jederzeit Fondsanteile erwerben und diese auch wieder verkaufen. Offene Fonds investieren das eingeworbene Geld der Anleger nach vorher festgelegten Anlageprinzipien in z.B. Wertpapiere, Anleihen, Geldmarktpapiere oder Immobilien. Die Investition in einen offenen Fond ist häufig bereits mit einer geringen Mindesteinlage möglich und demnach insbesondere für Kleinanleger attraktiv. Ein weiterer Vorteil: Anleger können jederzeit über ihr Geld verfügen und die Höhe der Mindesteinlage ändern oder sogar aussetzen.

Je nach gewähltem Fond, können Anleger langfristig Renditen zwischen vier und sechs Prozent erzielen. Geldanlagen in diese Assetklasse gelten als risikoärmer, denn anders als bei geschlossenen Fonds gibt es kein Ausfallrisiko der Investmentgesellschaft. Das bedeutet: Selbst wenn die Fondsgesellschafts Insolvenz anmelden muss, haben Anleger Anspruch auf ihr Vermögen. Bei Fonds mit kürzerem Anlagehorizont hingegen ist das Risiko höher Verluste zu erleiden, da bei einer hohen Volatilität Wertverluste nicht mehr ausgeglichen werden können.

Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds werden – anders als die meisten offenen Fonds – nicht an der Börse gehandelt. Bei dieser Fondsart wird Kapital für ein bestimmtes Anlageobjekt, wie zum Beispiel ein Einkaufszentrum oder ein Windkraftwerk gesammelt. Sobald die Fondsgesellschaft genügend Kapital für den Bau oder Erwerb des Objekts hat, wird der Fond geschlossen. Anleger sind dann fest an den Fond gebunden. Das bedeutet: Investitionen sind nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums möglich. Nach der Schließung können Anleger nicht mehr auf Ihr Kapital zugreifen oder Anteile eines Fonds zurückgeben.

Zudem können Anleger erst ab einem Mindestbetrag in Höhe von 5.000 Euro investieren und müssen mit einer Laufzeit zwischen zehn und 30 Jahren rechnen. Die Wertentwicklung der Fondsanteile ist dabei abhängig vom unternehmerischen Geschick des Fondsmanagement.

Anders als bei offenen Fonds gibt es bei geschlossenen Fonds keine staatliche Aufsicht: Anleger gelten als Unternehmer und tragen die unternehmerischen Risiken mit. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass ein frühzeitiger Ausstieg nur unter Umständen und mit hohen Verlusten möglich ist.

Aktive und passive Fonds

Sowohl bei geschlossenen als auch bei offenen Fonds unterscheidet man zwischen aktiv und passiv verwalteten Fonds. Bei aktiv gemanagten Fonds beobachtet und analysiert ein Fondsmanager fortlaufend die Märkte. Aufgrund dieser Analyse werden die Anlagen je nach Marktsituation umgeschichtet, um eine Überrendite gegenüber dem Vergleichsmaßstab zu erwirtschaften. Anleger müssen hierbei den Kenntnissen und Erfahrungen ihres persönlichen Fondmanagers vertrauen – dadurch sparen Investoren aber viel Zeit. Zu den aktiv gemanagten Fonds gehören häufig Aktien- oder Rentenfonds.

Passiv gemanagte Fonds bilden eine, im Regelfall durch einen Börsenindex, vorgegebenen Benchmark (Vergleichsmaßstab) nach. Umschichtungen im Vermögen sind daher nur selten nötig. Passiv gemanagte Fonds besitzen keinen Fondsmanager, daher sind die Verwaltungskosten bei dieser Art der Fonds um ein vielfaches geringer als die von aktiv gemanagten Fonds. Zu diesen Fonds gehören häufig sogenannte ETFs (Exchange Trades Funds).

In Fonds investieren: So funktioniert es

Für die Investition in einen Fond benötigen Anleger zunächst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Finanzdienstleister. Hierfür können, je nach Anbieter, unterschiedliche Depotführungs- und Transaktionsgebühren anfallen. Die Depotbank übernimmt für Anleger die technische Abwicklung. Das bedeutet: Die Bank leitet eventuelle Ausschüttungen auf das Verrechnungskonto weiter und übernimmt den Kauf und Verkauf der Fondsanteile. Anleger können auch Fondsanteile über einen längeren Zeitraum für stets denselben Betrag kaufen. Dieser Vorgang wird Fondssparen genannt. Die Besonderheit hierbei ist, dass Investoren sich schon mit regelmäßigen, geringen Beträgen beteiligen können.

Kriterien beim Kauf von Fondsanteilen

Anleger, die in Fonds investieren wollen, sollten eine eigene Anlagestrategie festlegen. Das bedeutet, vor einem Kauf genau zu überlegen, in welche Region, Assetklasse oder Anlageform investiert werden soll. Zusätzlich sollten Investoren ihre individuelle Risikobereitschaft einschätzen und bei der Wahl der Fonds an die Diversifizierung ihres Portfolios denken. Die Performance der Fonds in der Vergangenheit sowie deren Kontinuität – also erzielte der Fond Renditen über einen langen Zeitraum hinweg – sollten Anleger überprüften. Weitere Kaufkriterien sind eine möglichst niedrige Gebührenbelastung sowie die Qualität des Fondsmanagement.

Chancen und Risiken ausgewählter Fondstypen

Offene Fonds eignen sich aufgrund ihrer geringen Mindesteinlage ideal für Investoren, die wenig Startkapital zur Verfügung haben. Welche Unterschiede es zwischen den einzelnen Fonds gibt und welche Vorteile und Risiken diese beinhalten, erfahren Sie im Folgenden.

Aktienfonds

Mit einem Aktienfond investieren Anleger überwiegend in eine Vielzahl an unterschiedlichen Einzelaktien. Anleger können von den Kurssteigerungen einzelner Aktien sowie den Dividenden, die die Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausschüttet, profitieren. Verliert ein Wertpapier an Wert, kann der Verlust durch die positive Entwicklung der anderen Aktien ausgeglichen werden. Langfristig angelegt, können die Renditen vergleichsweise hoch sein, jedoch lassen sich Verluste beim Handel mit Wertpapieren niemals vollständig ausschließen.

Rentenfonds

Klassische Rentenfonds investieren in Staatsanleihen. Ihre Erträge erwirtschaften diese Fonds durch Zinszahlungen und den Handel mit risikoarmen Anleihen. Die Renditen setzen sich somit vor allem aus Zinsausschüttungen zusammen. Aufgrund der derzeit vorherrschenden Niedrigzinsphase fallen diese jedoch gering aus. Rentenfonds besitzen unterschiedliche Laufzeiten: Von zwei bis zehn Jahren und zum Teil sogar länger. Mit zunehmender Laufzeit können Anleger höhere Zinsen erwarten – damit steigt jedoch auch ihr Verlustrisiko.

Interessant

Die Vorsilbe ‚Renten-‘ steht in keinem Zusammenhang mit der Altersvorsorge. Der Begriff ist in diesem Zusammenhang lediglich ein anderes Wort für Anleihen.
Geldmarktfonds stellen eine Sonderform der Rentenfonds dar: Hierbei wird das Fondsvermögen nur für eine Laufzeit bis zu einem Jahr angelegt: Geldmarktfonds eignen sich somit zum sogenannten kurzfristigen “Geldparken”. Durch die aktuelle Niedrigzinsphase fallen die Renditen für Anleger jedoch sehr niedrig aus. Potentielle Kosten, zum Beispiel in Form von Ordergebühren, Verwaltungsgebühren und Ausgabeaufschlag, die beim Erwerb von Geldmarktfonds entstehen, können die geringen Renditen zusätzlich schmälern. 

Immobilienfonds

Mit einem Immobilienfond legen Anleger ihr Geld nicht in Wertpapiere, sondern in Immobilien wie zum Beispiel Bürogebäude oder Wohnanlagen an. Die Renditen können Anleger überwiegend über die Vermietung dieser Immobilien erzielen, aber auch durch den erfolgreichen Verkauf der Objekte. Aufgrund der kontinuierlichen Mieteinnahmen sind Immobilienfonds weniger anfällig für Wertschwankungen. Verlieren die Immobilien jedoch an Wert oder sinken die Mietpreise, fallen auch die Renditen für Anleger deutlich niedriger aus.

Es gibt offene und geschlossene Immobilienfonds: Offene Immobilienfonds zeichnen sich dadurch aus, dass die Anzahl der Immobilien nicht beschränkt ist und weitere Ein- und Auszahlungen aus Anteilserwerb oder -verkauf möglich sind. Ein geschlossener Immobilienfond hingegen wird in den meisten Fällen aufgelegt, um ein einzelnes Projekt zu finanzieren.

Rohstofffonds

Mit einem Rohstofffond nehmen Anleger an den Entwicklungen der internationalen Rohstoffmärkte teil. Das bedeutet: Anleger investieren in eine Auswahl an verschiedenen Rohstoffen wie Agrarprodukte, Edelmetalle, Öl, Gas oder nur in einen bestimmten Rohstoff wie zum Beispiel Gold. Anleger können hierbei von den positiven Preisentwicklungen an den Rohstoffmärkten profitieren. Da die Preise sich häufig unabhängig von herkömmlichen Anlageformen wie Aktien und Renten entwickeln, eignen sich Rohstofffonds gut als Beimischung im Depot. Innerhalb der Rohstoffe gibt es große Unterschiede in der zu erwartbaren Rendite: Zu den risikoreichen Rohstofffonds zählen beispielsweise wetteranfällige Rohstoffe wie Agrarprodukte. Die Angebots- oder Nachfragesituation verschiedener Rohstoffe kann sich also schnell ändern. Das wirkt sich auch auf die Preisschwankungen aus und somit auch auf die Renditen.

Mischfonds

Mit einem Mischfond kombinieren Anleger unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder auch Rohstoffe in einem Fond. Die Renditen sind hierbei abhängig von der Zusammensetzung und der Gewichtung der unterschiedlichen Anlageklassen: Aktien können durch Kurssteigerungen sowie Dividenden für eine positive Wertentwicklung sorgen, während Renten- und Geldmarktfonds mit Zinserträgen und Wertpapierhandel positiv zur Wertentwicklung beitragen können.

Je nach Börsensituation kann das Fondsmanagement eines Mischfond im Rahmen des Anlagekonzepts die Gewichtung der Anlageklassen flexibel anpassen. Das führt allerdings häufig auch zu höheren Gebühren. Die Risiken sind abhängig von der Kombination der Anlageklassen: Bei einer konservativen Strategie dominieren eher risikoärmere Wertpapiere, wohingegen bei einer chancenreicheren Ausrichtung der Fokus vermehrt auf Aktien oder anderen Anlagen mit einem höheren Renditepotenzial gesetzt werden. Der Vorteil: Bei Mischfonds erhalten Anleger im Vergleich zu anderen Fonds die höchste Risikodiversifizierung.

Hedgefonds

Hedgefonds stellen eine besondere Form von aktiv gemanagten Mischfonds dar, deren Geschäftszweck in alternativen Investments besteht: Je nach Strategie können Fondsmanager in Währungen, Edelmetalle, Aktien oder auch andere Wertpapiere investieren. Diese Fonds zählen zu den unregulierten Produkten, da sie nur wenigen Regeln der Finanzaufseher, wie beispielsweise der deutschen BaFin, nachkommen müssen. In den vergangenen Jahren wurde diese Art von Fond aufgrund von Spekulationen scharf kritisiert. Diese Geldanlage gilt als hochriskant, weshalb noch unerfahrenen Anlegern von einer Investition in einen Hedgefonds abgeraten wird.

Fazit

In Zeiten von Niedrigzinsen können Fonds langfristig angelegt eine attraktive Alternative zu klassischen Geldanlagen wie Tagesgeld oder dem Sparbuch sein. Auch für Einsteiger können Geldanlagen in Fonds von Interesse sein: Durch die Mischung verschiedener Aktien oder auch Rohstoffe innerhalb eines Fond findet eine breitere Risikodiversifizierung statt. Diese ist bei Mischfonds am höchsten. Bei der Investition in aktiv gemanagte Fonds sind Anleger vom Geschick des Fondsmanagers abhängig. Weiterhin sollten Anleger auf die verschiedenen Gebühren achten, welche die Renditen schmälern können. Langfristig angelegt, können Geldanlagen in bestimmte risikoarme Fonds eine zusätzliche Altersvorsorge sein.

Zusätzlich können Fonds mit anderen Anlageklassen kombiniert werden, um so das Anlageportfolio zu diversifizieren. Hierfür können sich Schiffswertpapiere eignen, wie sie die Plattform New Shore Invest anbietet.

Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.
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