Passives Einkommen versteuern: Das sind die Regelungen

passives Einkommen

Einnahmen aus Vermietung, Verpachtung oder Beteiligungen an Unternehmen gelten steuerlich als Überschusseinkünfte. Grundsätzlich besteht die Verpflichtung, solch ein passives Einkommen zu versteuern. Lesen Sie hier, wie hoch die Steuerbelastung ist.

In welcher Höhe passives Einkommen zu versteuern ist

Ob passives Einkommen zu versteuern ist, hängt im Grundsatz nicht von der Höhe der Einkünfte ab. Sondern davon, ob diese vom Einkommensteuergesetz erfasst sind. Der Einkommensteuer unterliegen Einkünfte aus den folgenden Bereichen:

  • Land- und Forstwirtschaft
  • Gewerbebetrieb
  • selbstständige Arbeit
  • nicht selbstständige Arbeit
  • Kapitalvermögen
  • Vermietung und Verpachtung
  • Einnahmen im Sinne des § 22 Einkommensteuergesetz. Darunter fallen wiederkehrende Bezüge wie Renten- oder Unterhaltszahlungen.

Steuerfrei sind dagegen die meisten Einkünfte aus Glücksspielen. Preisgelder für besondere Leistungen fallen wiederum unter das Einkommensteuergesetz.

Passives Einkommen versteuern: Höhe hängt vom Steuersatz ab

Gewinne aus Vermietung und Verpachtung sind im Grundsatz ebenfalls einkommensteuerpflichtig. In welcher Höhe Sie passives Einkommen aus Vermietung versteuern müssen, hängt von Ihrem individuellen Steuersatz ab, der sich nach der Höhe des zu versteuernden Jahreseinkommens richtet.

Die Einkommensteuerlast bewegt sich derzeit zwischen 14 Prozent (Eingangssteuersatz, ab 9.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen pro Person) und 42 Prozent (Spitzensteuersatz, ab 54.950 Euro). Ab rund 260.000 Euro Jahreseinkommen greift die Reichensteuer mit einem Satz von 45 Prozent.

Pauschale Versteuerung von Kapitalerträgen

Besser stehen in aller Regel Privatinvestoren da, die Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielen. Darunter fallen zum Beispiel Dividenden auf Aktien, Beteiligungen an Crowdinvesting-Projekten und Zinseinnahmen aus Privatkrediten. Einkünfte aus solchen Investments unterliegen grundsätzlich der Kapitalertragssteuer. Sie liegt pauschal bei 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag. Hinzu kommt gegebenenfalls Kirchensteuer. Liegen innerhalb eines Kalenderjahres alle Kapitalerträge zusammengerechnet nicht über 801 Euro (Singles) oder 1.602 Euro (Verheiratete) und liegt ein Freistellungsauftrag vor, wird das passive Einkommen nicht versteuert.

Nur in besonderen Fällen werden Kapitalerträge oberhalb der Freigrenzen nicht mit der Kapitalertragssteuer belegt, sondern mit dem individuellen Einkommensteuersatz. Das ist immer dann der Fall, wenn der individuelle Steuersatz unterhalb des Kapitalertragssteuersatzes von 25 Prozent liegt. Dies gilt für Singles mit einem Jahreseinkommen bis 15.000 Euro und für Verheiratete mit einem gemeinsamen Einkommen bis 30.000 Euro. In solchen Fällen lohnt es sich, eine Günstigerprüfung beim Finanzamt zu beantragen. Sie erhalten dann die bereits abgeführte Kapitalertragssteuer anteilig zurück.

Einkünfte aus Tantiemen und Onlinewerbung

Auch anderes passives Einkommen muss immer versteuert werden. Das gilt für Einkünfte aus Tantiemen, Lizenzen und Onlinewerbung ebenso wie für Gewinne aus selbst entwickelten Apps oder Computerprogrammen. Privatpersonen beziehungsweise Freiberufler sind verpflichtet, Steuern in Höhe ihres individuellen Einkommensteuersatzes an den Fiskus abzuführen, sofern die Gesamteinkünfte den Grundfreibetrag von 9.000 Euro (Singles) beziehungsweise 18.000 Euro (Verheiratete) übersteigen.

Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.