Short Sea Routes: Die spannende Marktnische

Kurzstreckenseeverkehr

Nach der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 rückt auch die Schifffahrtsbranche wieder verstärkt in den Fokus von Investoren. Einige Teilmärkte wie der Kurzstreckenseeverkehr versprechen für die Zukunft ein besonders dynamisches Wachstum. Lesen Sie hier, was die Marktnische Short Sea Routes so interessant für Investments macht und warum Schifffahrtsexperten dieses Marktsegment positiv beurteilen. 

Kurzstreckenseeverkehr: Basis des Warenhandels

Über den europäischen Kurzstreckenseeverkehr werden Waren und Güter in Nord- und Ostsee, im Mittelmeer sowie entlang der europäischen Atlantikküste bis zu den Kanarischen Inseln transportiert. Wie der globale Handel ist auch die europäische Wirtschaft von Seetransporten abhängig. Mehr als 60 Prozent des innereuropäischen Warenverkehrs, darunter Zubringertransporte zu den großen Häfen in Rotterdam, Antwerpen und Hamburg, sowie 95 Prozent des EU-Außenhandels werden per Schiff abgewickelt. Die Nachfrage steigt stetig, wie beispielsweise auf den nordeuropäischen Seerouten. 

Damit nimmt der Kurzstreckenseeverkehr eine Schlüsselposition im europäischen Warentransport ein. Short Sea Routes bilden das Fundament für Wohlstand und Wachstum in Europa – und sind folglich auch eine zukunftsträchtige Marktnische für Investoren. Zumal sich in der Branche nach der bereinigenden Weltwirtschaftskrise ein deutlicher Investitionsstau beim Neubau von Küstenmotorschiffen abzeichnet. In den vergangenen zehn Jahren haben die europäischen Reeder nur wenige Neubauten von Küstenmotorschiffen geordert. Die Auftragsbücher der Werften enthalten derzeit nur 15 Bestellungen. Folglich ist die europäische Kümo-Flotte relativ alt: 40 Prozent der Schiffe sind älter als 15, die Hälfte davon sogar älter als 20 Jahre. (Stand: Dezember 2018)

Warum schärfere Umweltrichtlinien gut für Investoren sind

Die durchschnittliche Lebensdauer eines Schiffes liegt bei etwa 25 bis 30 Jahren. Doch dürften bevorstehende Umweltauflagen die Flotte deutlich schrumpfen lassen. Vom Jahr 2022 an gelten beispielsweise verschärfte Regeln für die Behandlung von Ballastwasser (Ballast Water Treatment, kurz BWT). Um die neuen Bestimmungen einzuhalten, bedarf es erheblicher Investitionen in Bestandsschiffe. Sie müssen mit einem modernen BWT-System nachgerüstet werden. Diese Umrüstung ist angesichts der hohen Kosten bei älteren Küstenmotorschiffen zumeist aber nicht wirtschaftlich. Schifffahrtsexperten gehen deshalb davon aus, dass ein großer Teil der älteren Tonnage vor der Ausmusterung steht. 

Einen ähnlichen Effekt dürften weitere Verschärfungen von Umweltrichtlinien ab Januar 2020 seitens der International Maritime Organisation (IMO) haben. Eine Nachrüstung älterer Schiffe mit moderner Abgasfiltertechnik, sogenannten Scrubbern, ist teuer und rechnet sich in der Regel für die Reeder ökonomisch nicht. Die Tonnagekapazitäten im Bereich der Short Sea Routes werden sich somit tendenziell verknappen. Dem gegenüber steht die steigende Transportnachfrage. 

Privatinvestoren können vom Wachstum profitieren

Die Marktentwicklung eröffnet Chancen für die verbleibende Flotte der Short Sea Routes, insbesondere aber für hinzukommende Neubauten. Tendenziell festigt das Schrumpfen der europäischen Küstenmotorschiff-Kapazitäten die Transportauslastung der Schiffe. Schon jetzt liegen zwischen den Transporteinsätzen eines Kümos laut aktuellem Marktbericht „Short Sea Shipping Market“ von Toepfer Transport (Juli 2018) im Durchschnitt allenfalls wenige Tage. Tendenziell werden sich die Transportauslastungen weiter verbessern. 

Moderne Kümos sind technisch und hinsichtlich ihrer Ausstattung auf dem neusten Stand und gegenüber älteren Konkurrenten klar im Vorteil: 

  • Neue Schiffe sind flexibel einsetzbar, können sowohl Schütt- und Schwergut als auch Container und Projektladung transportieren. Entsprechend hoch ist ihre Vermarktungsfähigkeit.  
  • Sie sind sparsamer als die älteren Konkurrenten und daher wirtschaftlicher im Betrieb.
  • Moderne Kümos können aufgrund ihrer Bauweise in der Regel kleinere Häfen bis vier Meter Tiefgang anfahren.
  • Sie sind zumeist auch für künftige Verschärfungen gesetzlicher Regeln gerüstet.

Weiterer Vorteil für Privatinvestoren im Segment Short Sea Routes: Große institutionelle Anleger konzentrieren ihre Investitionen fast ausschließlich auf weltweit fahrende Containerschiffe, Tanker und Massengutfrachter. Die aussichtsreiche Marktnische des Kurzstreckenseeverkehrs ist für die großen Player zu marginal. 

Privatanlegern eröffnet sich mit den Short Sea Routes ein solides und exklusives Investitionsfeld, um in aussichtsreiche Schiffsprojekte zu investieren und sich so die Chance auf Teilhabe am künftigen Wachstum des Marktsegments zu sichern.

Bildnachweis: iStock, 488959892, valio84sl

Gesetzlicher Warnhinweis:
Der Erwerb von Schiffswertpapieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.
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