HANSE ECO

Das innovative Schiffsdesign

Das über New Shore Invest angebotene Projekt ist das fünfte Schiff der zukunftsorientierten Kurzstreckenflotte “Hanse Eco” der RHAS. Das Schiffsprojekt wurde hierbei auf Basis der neuesten Entwicklungen im Bereich Umweltschutz, Digitalisierung und Design konstruiert. Auf diese Weise bestehen, im Vergleich zur Bestandstonnage des European Short Sea Market, deutliche Wettbewerbsvorteile.

Umweltschutz – CO2-arme Green Ships

Dank geringerem Treibstoffverbrauch bei gleichzeitig höherer Geschwindigkeit kann nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch der Gewinn des Schiffes auf den üblichen Ladungsrouten in der europäischen Kurzstreckenfahrt gesteigert werden. Der neue Schiffstyp verbraucht hierbei ca. 33% weniger Treibstoff und wird mit schwefelarmen Marine Gas Oil (MGO) betrieben und nicht, wie viele Bestandsschiffe, mit dem Abfallprodukt der Raffinerien: Schweröl. Zusätzlich sorgt ein Katalysator (SCR) System mit Harnstoffeinspritzung (Ad Blue Verfahren) zu einer Reduzierung der Stickoxide um 90% und mehr. Auf diese Weise werden die neuesten Umweltauflagen der International Maritime Organisation (IMO), die einen maximal zulässigen Schwefelgehalt in Treibstoffen von 0,5% vorschreiben (vorher 3,5%), eingehalten und ein wesentlich besserer ökologischer Betrieb des Schiffes gewährleistet. Zusätzlich verfügt das Schiff über einen Land-Stromanschluss, um in den Häfen keine Emissionen durch die Bordgeneratoren zu verursachen und die Hauptmaschine ist außerdem in der Lage Biokraftstoff zu verbrennen.
Weiterhin verfügt das Schiff über ein Ballast Water Treatment System, das spätestens ab 2022 verpflichtend ist und dazu dient, die unkontrollierte Vermehrung von Fremdorganismen in Gewässern zu verhindern.
Des Weiteren liegt der sogenannte EEDI Wert, der die spezifischen CO2-Emissionen von Frachtschiffen angibt, der Hanse Eco Schiffe bereits heute 16% unter dem maximal zulässigen Wert von Schiffen, deren Bau erst ab 2025 in Auftrag gegeben werden.
Die Hanse Eco Schiffe gelten daher als umweltfreundliche Schiffe der neuesten Generation, die aufgrund dessen von Häfen wie Rotterdam, Hamburg, Göteborg und vielen weiteren mit Rabatten auf Hafenkosten belohnt werden.

Digitalisierung – Smart Ship 4.0

Mit Hilfe der Digitalisierung des Bordbetriebes mit einem „Remote Control System“ werden die Betriebskosten des Schiffes deutlich reduziert. Über moderne Sensoren, Videosysteme und Vernetzung der Maschinenanlagen mit den Computern der Reederei an Land, kann der technische und nautische Schiffsbetrieb permanent von Land überwacht, ausgewertet und optimiert werden. Außerdem können Schäden per Ferndiagnose vorgebeugt und Reparaturen mit Hilfe der Videoübertragung von Land aus gesteuert werden, ohne dass es Spezialisten vor Ort erfordert. Das spart erhebliche Reisekosten, Drittkosten für Techniker in Fremdländern und minimiert zusätzlich die Ausfallzeiten. Außerdem werden die Dockungsintervalle wie auch die Wartungsplanung auf diese Weise verbessert und optimiert. Zukünftig werden Hafenanmeldungen und Dokumentationsarbeit an Bord durch den Einsatz digitaler Prozesse optimiert sowie reduziert und führen zu geringeren Hafenkosten.

Design – State of the Art

Das Design des Schiffes ist innovativ und einzigartig. Aufgrund der Laderaum- und Deck-Konfiguration neben den konventionellen Ladungen des Schiffstyps nun auch lukrativere Ladungen, wie beispielsweise Windkraftanlagen, transportiert werden. Das Design der Hanse Eco Flotte zeichnet sich aufgrund eines durchgängigen Laderaums und der Position der Brücke im vorderen Teil des Schiffes aus. Die vielseitig versetzbaren Schotten, die gleichzeitig als Zwischendeck genutzt werden können, ermöglichen dabei unterschiedliche Staupositionen und das Laden zahlreicher verschiedener Ladungssorten. Des Weiteren besitzt das Schiff die Fähigkeit ohne Lukendeckel zu fahren (Open Top). So zeichnet sich dieser Schiffstyp aus auch großvolumige und sperrige Projektladungen zu transportieren. Dies ist mit herkömmlichen Bestandsschiffen nicht möglich.

Ertragssicherheit durch Beschäftigung im Erlöspool

Die Beschäftigung der RHAS 5 erfolgt innerhalb eines Frachtenpools der Hanse Eco Schiffe. Die Umsatzerlöse werden nach Abzug bestimmter Reisekosten addiert und anschließend auf die Poolmitglieder homogen verteilt. Auf diese Weise wird das individuelle Ertragsrisiko auf alle Mitglieder gestreut, wodurch eine Erlössicherheit, trotz möglicher Ausfälle einzelner Schiffe, besteht. Weiterhin schafft die Verwaltung und Vermarktung eines großen Pools von Schiffen stärkere Marktpräsenz und ermöglicht den Zugang zu aussichtsreichen Ladungsverträgen und Mieteinnahmen. Eine große Beschäftigungsbasis in Form von Verträgen in Kombination mit kurzfristig gebuchten Ladungen des Trampmarktes (“freie Fahrt”) schafft dabei eine verhältnismäßig sichere und gleichzeitig gewinnoptimierte Einsatzplanung der Flotte. In dem Zusammenhang sind bereits heute 4 der bisher 5 Poolmitglieder fest für 3 Jahre an den börsennotierten Branchenprimus Wilson ASA zu den in der Vorschaurechnung prognostizierten Einnahmen verchartert (vermietet). Damit besteht für die RHAS 5 bereits heute eine ⅘ Ertragssicherheit für die ersten 3 Betriebsjahre des Pools. Die ersten vier Schiffe werden im Laufe des Jahres 2021 abgeliefert. Für die RHAS 5 besteht eine Option für die gleiche Charter. Jedoch wird unter der Annahme eines sich bis zur Ablieferung der RHAS 5 verbessernden Marktes in Erwägung gezogen, die RHAS 5 in der „freien Fahrt“ einzusetzen. Innerhalb des Pools würde die RHAS 5 und etwaige Folgeschiffe damit als „Renditekicker“ zur Verbesserung des Gesamtpoolergebnisses beitragen.

European Short Sea Market – Motorways of the Seas

Die Schifffahrt befindet sich ohne Frage in einem Strukturwandel. Ausgelöst durch die Finanzkrise 2008 sind die Zeiten des spekulativen Neubaus vorbei. Die Zeit des industriellen und effizienten Schiffsmarktes hat begonnen.

Das Schiff als Transportmittel ist ein unverzichtbarer Bestandteil der EU Versorgungsstruktur. Es ist aufgrund der gegebenen Infrastruktur und speziellen Anforderungen, wie beispielsweise Schleusen und niedrigen Tiefgängen in den gut 5.000 Häfen, die in Europa durch Short Sea bedient werden, kaum substituierbar. 70% der europäischen Bevölkerung leben an den Küsten oder Flussmetropolen. 80% aller Güter im Import und Export Europas werden über See befördert. Dabei steigt laut Eurostat der aktuelle Seegüterumschlag innerhalb Europas stetig seit 2010 und ist derzeit bereits wieder auf Vorkrisenniveau von 2006.

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Quelle: Lloyd’s List Intelligence / Eurostat

Flottenentwicklung – veraltete Flottenstruktur führt zu Modernisierungsbedarf

Aufgrund Finanzkrise seit 2008 und den damit verbundenen limitierten Neubauaufträgen ist die Flottenentwicklung der letzten Jahre geprägt von einer veralteten Flottenstruktur. Derzeit sind 67% der Bestandsschiffe im Segment des europäischen Kurzstreckenverkehrs über 15 Jahre alt und stehen insbesondere aufgrund verschärfter Umweltauflagen, wie IMO 2020 und Ballast Water Treatment Regulierungen, vor der Ausmusterung. Viele Industriekunden lehnen mittlerweile Schiffe, die älter als 20 Jahre sind, aus ökologischen Gründen wie auch aus Sicherheitsgründen ab. Zudem wurden in den vergangenen Jahren nur wenige Investitionen in moderne Neubauten in diesem Nischenmarkt getätigt. Begrenzte Werftkapazitäten für kleine Schiffe sowie stark eingeschränkte Verfügbarkeit von Kapital verlangsamen darüber hinaus einen schnellen Aufbau neuer Tonnage.

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Quelle: Lloyd’s List Intelligence

Aufgrund der Ausmusterung veralteter Schiffe und nur wenigen Neubauaufträgen wird die Transportnachfrage nach modernen und ökologischen Schiffen demnach voraussichtlich steigen. Um dieser steigenden Nachfrage effizient zu begegnen, sind insbesondere im European Short Sea Market innovative Schiffsneubauten nötig. Neben dem Bevölkerungswachstum, wird sich die Nachfrage nach dieser modernen Tonnage durch Veränderungen der Lieferketten und Verschiebung von Produktionsstätten in Zukunft robust entwickeln. Auch vor dem Hintergrund der aktuellen COVID-19 Krise, fordert selbst die Politik verlässliche Transportketten und Sicherstellung der Versorgungslage in Europa. Damit ist der europäische Kurzstreckenverkehr besonders vielversprechend, aussichtsreich und am Ende systemrelevant für unsere Gesellschaft.